Verhältnis Erzählerin – Freundeskreis

Freizügigkeit und Geborgenheit

Zum Freundeskreis gehören neben der Ich-Erzählerin Christiane, Anna, Henriette, Falk, Heinze und Toddi. Die Ich-Erzählerin unterhält ein sehr enges Verhältnis zu den Personen ihres Freundeskreises, von denen einige im selben Etagenhaus leben: „Er zog zu Christiane, die unter mit wohnte, dann zu Anna, zu Henriette, zu Falk, dann zu den anderen.“ (S. 142) (siehe auch dazu Abschnitt „ Gelassenheit und Zeit“)

Die Mitglieder der Künstler-Clique haben wechselnde Beziehungen untereinander und pflegen ein sehr offenes Sexualleben: „Und ab und an nahm ihn einer von uns mit ins Bett, und ab und an sah einer zu.“ (S. 142). Bei ihren Treffen küssen sie sich scheinbar wahllos untereinander, berauscht vom XTC, das sie zuvor genommen haben: „Falk küsste Anna, und Anna küßte mich, und ich küßte Christiane.“ (S. 153). Auch Homosexualität ist in ihrem Freundeskreis völlig akzeptiert: „Er vögelte sie alle, das ließ sich nicht vermeiden…“ (S. 142). Sie nehmen zusammen viele verschiedene Drogen und verbringen auch ihre Freizeit ständig zusammen.

Die Clique bietet der Erzählerin familienähnlichen Schutz sowie Geborgenheit. Während der Besichtigung des Hauses fühlt sich die Erzählerin von ihrem Freundeskreis allein gelassen und ist darüber verärgert: „…ich dachte an die anderen und spürte eine kurze Wut darüber, daß sie mich hier alleine gelassen hatten, daß niemand da war […] um mich vor Stein zu schützen.“ (S. 151).

In der Öffentlichkeit treten die Freunde bewusst als starke, gemeinsam agierende Gruppe auf. Auf dem Land verärgern sie die Bevölkerung, indem sie ihnen bewusst das Unter-sich-Sein wegnehmen (S. 143). Für Außenstehende, wie Stein, hat ihr Auftreten etwas Theatralisches: Es wirkt auf ihn, als würden sie „auf einer Bühne agieren“ (S. 143). Als einzelnes Individuum fühlt sich die Erzählerin unsicher, in der Gruppe dagegen stark und überlegen.

Die geschlossene Gruppe

Die Gruppe ist so in sich geschlossen, dass Stein zwar dabei sein darf, aber nie wirklich da...

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