Kommunikation und Passivität

Zwei Lesearten

Der Text bietet zwei Lesarten, die bei der Interpretation berücksichtigt werden müssen: Auf der einen Seite steht die Darstellung der Gedanken der Ich-Erzählerin und ihres Lebenswandels. Hier zeigt sie sich rational, verschlossen und distanziert. Sie versucht, stets den Eindruck zu vermitteln, dass sie ihre Gefühle im Griff hat und unabhängig lebt (S. 139).

Auf der anderen Seite verbirgt sie hinter dieser harten Fassade ihre Emotionen und ihre Unsicherheit, die zwischen den Zeilen herausgelesen werden können. Als beispielsweise der Wunsch in ihr aufkommt, dass Stein sie nochmals so ansehen soll wie damals im Garten von Heinze, hasst sie sich für diesen emotionalen Moment (S. 152).  Das Nichtgesagte schwingt zwischen den Zeilen in der Erzählung ebenso laut mit wie das Gesagte. Der Leser muss hierbei die Entschlüsselung leisten, zu der die Protagonisten nicht fähig sind. Erst dann erschließt sich der tiefere Sinn der Erzählung.

Die gescheiterte Kommunikation

In der Erzählung scheitert mehrmals die gegenseitige Kommunikation, als die Ich- Erzählerin mit Stein nach Canitz fährt und beim Besuch des Hauses. Als die Ich-Erzählerin zum Beispiel fragt: „Du hast 80 000 Mark bezahlt, um mir eine Möglichkeit zu zeigen, eine von vielen? Hab ich das richtig verstanden? Stein? Was soll das?“ (S. 152), an...

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