Die Erzählerin

Die junge freie Berlinerin

In der Erzählung „Sommerhaus, später“ (1998) von Judith Hermann wird von einer jungen Person berichtet. Aufgrund ihres Verhaltens kann man davon ausgehen, dass es sich um eine Frau handelt, auch wenn diese Tatsache nicht explizit im Text erwähnt wird. Die vermutliche Ich-Erzählerin ist eine junge Frau Ende Zwanzig, die im wiedervereinten Berlin lebt. Der Leser erfährt nichts über ihren Namen, ihre aktuelle Beschäftigung und ihren familiären Hintergrund. Sie scheint finanziell abgesichert zu sein und lebt in einer Wohnung in einem Etagenhaus, ihre Freundin Christiane wohnt unter ihr.

Die Ich-Erzählerin wird am Anfang der Erzählung von dem Taxifahrer Stein angerufen, mit dem sie vor zwei Jahren eine dreiwöchige Beziehung geführt hat und der seitdem Teil ihres Freundeskreises geworden ist. Da die Clique eine sehr in sich geschlossene Gruppe verkörpert, wird Stein aber niemals wirklich in sie integriert: „Er war dabei. Und auch nicht.“ (S. 142).

Das Verhältnis zwischen der Ich-Erzählerin und ihrer Clique ist sehr eng und intim. Sie verbringen gemeinsam ihre Freizeit in heruntergekommenen Sommerhäuschen auf dem Land und sie unterstützen sich gegenseitig bei ihren künstlerischen Projekten: „Er saß Modell in Falks Atelier, legte Kabel auf Annas Konzerten, hörte Heinzes Lesungen im Roten Salon.“ (S. 142:). Sie besuchen auch gemeinsam das Theater und Feste (S. 142) oder ziehen im Winter mit Fackeln zum Schlittschuhlaufen in den Wald (S. 153-154).

Die verschiedenen Personen der Clique pflegen eine freie Sexualität und Partnerschaft, die auch Bisexualität nicht ausschließt: „Er vögelte sie alle […] Und ab und an nahm ihn einer von uns mit ins Bett, und ab und an sah einer zu. (S. 142); „Falk küßte Anna, und Anna küßte mich, und ich küßte Christiane.“ (S. 153). Darüber hinaus verbindet die Personen ihr ausschweifender Drogenkonsum. Zusammen mit ihrer Clique konsumiert die Ich-Erzählerin eine Vielzahl an Drogen, wie Alkohol, Tabak, Marihuana, LSD, Kokain, Speed, XTC und psychodelische Pilze.

Das Treffen mit Stein

Die Ich-Erzählerin lernt den Taxifahrer Stein bei der Fahrt zu einem Fest kennen, zu dem er sie bringen soll (S. 140). Auf der Fahrt dorthin legt Stein eine Kassette der amerikanischen Rockband Trans-AM ein. Als sie auf dem Fest angekommen sind, will die Ich-Erzählerin aber ...

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