Rezension

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschieht im vorarlbergischen Dorf Eschberg Folgendes:
Mitten in eine Gemeinschaft von grobschlächtigen, erzkatholischen, inzüchtigen Bauern wird das Musikgenie Elias Alder hineingeboren. Der Außenseiter pubertiert mit nur fünf Jahren, hat ein übermenschliches feines Gehör, komponiert auf der Kirchenorgel, ohne jemals das Notenlesen gelernt zu haben – und ist zu allem Überfluss auch noch unglücklich in seine Cousine Elsbeth verliebt, deren Herzschlag er bereits vernimmt, als sie noch ein Fötus im Mutterleib ist. Elias‘ einziger Freund ist Peter, der (was beide nicht wissen) zugleich sein Halbbruder ist. Er ist genau wie Elias unglücklich in Elsbeth verliebt.

Nach 22 entbehrungsreichen Jahren und einem endlosen Ringen mit Gott, den Elias für sein trostloses Schicksal verantwortlich macht, feiert er den einzigen und großen Triumph seines Lebens, als er den Orgelwettbewerb in der nahegelegenen Stadt Feldberg gewinnt. Doch da ist seine geliebte Elsbeth bereits mit einem anderen verheiratet und Elias beschließt, ihr den letztmöglichen Tribut zu zollen: Gemäß dem Motto „Wer schläft, liebt nicht“, das er bei einem irren Wanderprediger aufgeschnappt hat, setzt Elias sich mittels berauschender Substanzen einem siebentägigen Schlafentzug aus, an dessen Ende er vor lauter Erschöpfung in Peters Armen stirbt.

Das Debütwerk des Autors Robert Schneider gleicht einem fulminanten Orgelspiel, das strengen musikalischen Regeln folgt und zugleich versucht, auf bombast...

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