Kommunikationslosigkeit

Sprachlosigkeit im Dorf

Über die Eschberger erfährt der Leser: „Alles mußte ohne Worte geschehen, und wenn, nur in Andeutungen und Halbheiten. Sprachlos waren diese Menschen, ja sprachlos bis in den Tod“ (S. 136). Diese Kommunikationslosigkeit stellt das Hauptproblem der Dorfbewohner dar und kontrastiert einerseits mit Elias‘ ausdrucksstarker Musik, andererseits mit der kunstvoll gestalteten Sprache des Erzählers von Schlafes Bruder.

Die Sprachlosigkeit der Dorfbewohner lässt sich gut anhand der Beispiele Seff Alder und Roman Lamparter schildern. Schon zu Beginn der Erzählung wird Seff Alder zurückhaltend und wortkarg charakterisiert: „Seff war kein Redner“ (S. 15). Er informiert seine in den Wehen liegende Frau nicht über das Eintreffen der Hebamme und auch gegenüber Elias kann Seff seine Gefühle später nicht äußern: „Seff schwieg“ (S. 51).

Als ausgerechnet Seff den ‚Meistenteils‘ genannten Roman Lamparter tötet, stirbt auch die Sprache in der Gemeinschaft. Denn Roman Lamparter ist der Künstler des Dorfes, in dessen sprechendem Vorname bereits anklingt, dass er als Einziger im Dorf redet ‚wie ein Buch‘ (vgl.: S.81 f.).

Den Mord gesteht Seff erst dann, als Elias vor Liebeskummer krank im Bett liegt (vgl.: S. ...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen