Stilmittel

Vor allem die bereits erwähnten zeitlichen Vor- und Rückgriffe prägen den Romantext. Durch sie wird die Gegenwart der Erzählung ebenso in einen breiteren Kontext gestellt wie durch die Abschweifungen des Erzählers, wenn er zum Beispiel von den Nebenfiguren berichtet oder einen Kommentar über die Eigenart der Eschberger formuliert. Zu den Stilmitteln, mit denen der Erzähler seinen altertümlich anmutenden Sprachstil ausschmückt, zählt außerdem die geschickte Gegenüberstellung von Hypotaxe (Unterordnung) und Parataxe (Beiordnung).

In der Hypotaxe sind die Glieder eines Satzes in satzbaulicher Hierarchie voneinander abhängig und werden kunstvoll ineinander verschachtelt. In Schlafes Bruder dient dieses Stilmittel der detaillierten Situationsbeschreibung und ruft damit den ‚Märchenstil‘ hervor, den der heutige Leser mit dem 19. Jahrhundert verbindet:

Als er die blassen Hände betrachtete, wie sie ungeduldig in ihrem Schoß lagen, der Blick weiter hinab auf die baren Knie glitt, welche der aufgeschlagene Saum ihres Rockes zeigte, und als er am weichen Haarflaum ihrer Schienbeine entlangstrich, da schwanden ihm fast die Sinne (S. 108).

Die Parataxe verknüpft hingegen Satzteile gleichwertig miteinander und tritt oft in Form der Aufzählung auf, ist also durch den Gebrauch von Konjunktionen, wie ‚und‘ oder ‚oder‘, gekennzeichnet. In Schlafes Bruder bricht die Par...

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