Sprache

Die Erzählsprache des Romans

Der Erzähler von Schlafes Bruder verwendet eine Sprache, die an die gestelzte Ausdrucksweise des 19. Jahrhunderts erinnert, zugleich aber durch etliche Wortneuschöpfungen in der Gegenwart des 20. Jahrhundert verhaftet ist. Was an dieser Sprache altertümlich wirkt, ist in Wahrheit erfunden: Robert Schneider kreiert eine Kunstsprache, die im realen Vorarlbergischen des 19. Jahrhunderts nie gesprochen wird. Schneider lässt einerseits dialektale Versatzstücke mit einfließen, beispielsweise das Wort ‚Gaden‘ für ‚Zimmer‘, oder das Wort ‚Klatter‘ für ‚Kuhfladen‘. Andererseits webt er in die Erzählstimme einen archaischen Modus ein, der in seiner komplexen Satzstellung dann an die Bibel erinnert, wenn Sätze zum Beispiel wiederholt mit den Worten beginnen: „Es fügte sich […]“ (S. 84).

Somit wird der sprachliche Stilbruch zum Stilmittel und korrespondiert auf diese Weise mit dem Inhalt des Romans. Dieser Kunstgriff ist abermals ein deutliches Anzeichen für die Epoche der Postmoderne (Näheres hierzu in der Epoche). Denn in dieser Art des Ausdrucks tritt abermals die Ironisierung zutage, welche die Handlung durch die Sprache des Erzählers erfährt. Schließlich sind die in ...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen