Erzählweise und -technik

Die Erzählerfigur (siehe Charakterisierung Erzähler) in Schlafes Bruder ist ebenso wenig greifbar wie die wundersame Geschichte, von der sie berichtet. So virtuos, wie Elias mit der Musik umgeht, verfährt der Erzähler mit der Sprache. Zwar berichtet er aus einer anscheinend gegenwärtigen Perspektive von zurückliegenden Ereignissen. Trotzdem bricht Robert Schneider in dieser Erzählweise mit dem Bild des stereotypen ‚alten Mannes‘, der eine Geschichte ‚von früher‘ berichtet. Und das nicht nur, weil an keiner Stelle des Textes das Geschlecht des auktorialen Erzählers eindeutig bestimmt wird.

Gerade dann, wenn dieser Erzähler ungeduldig vorgibt, seine Hauptfigur am liebsten schütteln zu wollen, um sie zur Vernunft zu bringen (vgl.: S. 136), könnte er charakterlich kaum weiter von der Figur des in sich ruhenden Märchenonkels entfernt sein. Darüber hinaus scheint es in Momenten wie diesen, als berichte der Erzähler eben gerade nicht zurückblickend, sondern erlebe die Handlung regelrecht hautnah mit. Nicht zuletzt schwankt das ‚wir‘, mit dem der Erzähler immer wieder von sich selbst spricht, mehrdeutig zwischen der Kumpanei mit dem Leser, dem überheblichen Majestätsplural als Selb...

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