Glück und Konformität

Konsumgesellschaft

Die Gesellschaft, welche Bradbury beschreibt, ist von sehr starkem Kapitalismus geprägt. Das „Glück“ der Bürger ist vor allem von materieller Natur: Starker Konsum ist, was die Leute sich wünschen. Mit wilden Partys und viel Alkohol (Mildred glaubt, sie sei einfach nur verkatert, als sie am Morgen nach ihrem Selbstmordversuch aufwacht) (S. 33) lenken sich die Leute von der Realität ab (dass z. B. ein Krieg droht). Die Menschen sind „wohlgenährt“ und vergnügen sich die ganze Zeit (S. 89), wofür es auch Vergnügungsparks gibt, in denen die Jugendlichen sich ständig aufhalten (S. 44). Die Familien wohnen in Häusern und haben schnelle Autos. Die Banken haben rund um die Uhr geöffnet (S. 109).

Die Reklametafeln sind siebzig Meter hoch (S. 23), und selbst beim U-Bahnfahren hat man keine ruhige Minute, weil die ganze Zeit laute Werbung aus den Lautsprechern ertönt (S. 95).

Selbst die Religion wird für Vermarktungszwecke eingesetzt: „Christus gehört heute zur >Familie<.(…) Er ist jetzt ein richtiger Zuckerjunge, (…) wenn er nicht gerade verschleierte Andeutungen macht auf gewisse Produkte, die jeder Gläubige zu seinem Seelenheil unbedingt braucht“ (S. 98), erzählt der ehemalige Literaturprofessor Faber, der sich mit Guy Montag gegen das System verschwört.

Nicht ganz glücklich

Guy wandelt sich im Laufe der Geschichte. Am Anfang verhält er sich systemkonform und genießt seine Arbeit als Feuerwehrmann. Seine neue Nachbarin, die siebzehnjährige Clarisse, hat Zweifel in seiner Seele gesät, indem sie Guy bei einem Gespräch auf der Straße einfach danach fragte, ob er glücklich sei (S. 24). Er muss sich schließlich eingestehen, dass er nicht glücklich ist (S. 26). Guy erkennt nachfolgend die Grausamkeit der Gesellschaft und entwickelt einen Wissensdurst, den er versucht, mit Büchern zu stillen, was aber illegal ist.

„Glücklich sein ist alles. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Und dabei saß ich die ganze Zeit da und sagte mir, ich bin nicht glücklich, ich bin nicht glücklich“ (S. 81) - so teilt Guy Montag seiner Frau Mildred seine Gefühle mit. Sie erwidert: „Ich schon. (…) Bin stolz darauf“ (S. 81). Wirklich glücklich scheint Mildred auch keineswegs zu sein, obwohl sie es laut beteuert. Im tiefsten Innern ist sie höchst depressiv, was durch ihren Selbstmordversuch deutlich wird (S. 28), den sie gleich wieder...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen