Patrick Süskind
Das Parfum

Rezension

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Patrick Süskind beschreibt in seinem Roman „Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders“, erstmals veröffentlicht im Jahr 1985 im Diogenes Verlag, das unkonventionelle Leben des genialen Parfumherstellers Jean-Baptiste Grenouille. Das Geschehen umfasst den gesamten Lebenslauf des Protagonisten, von seiner Geburt im Jahr 1738 bis zu seinem Tod 1767.

Dabei erscheint Grenouille nicht sympathisch und liebenswürdig. Ganz im Gegenteil, er ist eine der „abscheulichsten Gestalten“ (S. 5). Trotzdem fasziniert sein Leben den Leser. Sein Handeln macht neugierig und wirft Fragen auf, welche am Ende zwar in der Duftwelt des Jean-Baptiste beantwortet werden, für den Leser allerdings nur schwer nachvollziehbar bleiben.

Süskind zeigt im Roman auf, was zugunsten von Genialität auf der Strecke bleiben muss, nämlich die Menschlichkeit und eine Verbindung zu der eigenen Umwelt. Zusätzlich entwirft er ein Portrait des Frankreichs im 18. Jahrhundert aus einem Blickwinkel, welcher sonst oft außer Acht gelassen wird.

Leider können durch das Medium Buch die wichtigen Dufteindrücke, die im Roman eine so große Rolle spielen, auch nur mithilfe von zahlreichen Vergleichen, Andeutungen und Verweisen geschildert und dem Leser vermittelt werden. Süskind gelingt dies mit einem fließenden, rhythmischen Schreibstil und einem leicht ironisch-cleveren Unterton in der Erzählerstimme.

Die außergewöhnliche Biografie von Jean-Baptiste Grenouille wird wunderbar in den zeitgenössischen Kontext eingebettet und war auch als Vorlage einer filmischen Umsetzung gut geeignet. Der gleichnamige Spielfilm „Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders“ aus dem Jahr 2006 von Regisseur Tom Tykwer erreichte mehrere Millionen Zuschauer in Deutschland und im Ausland.

Der Roman von Süskind wurde in 48 Sprachen übersetzt und mit 20 Millionen verkauften Exemplaren zu einem internationalen Bestseller.