Patrick Süskind
Das Parfum
Interpretation

Duftwelt

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Dies ist ein Auszug der Seite Duftwelt im eBook Das Parfum:

In den Kapiteln 24 bis 29 wird Jean-Baptiste Grenouilles Zeit in der Höhle des Plomb du Cantal beschrieben. Für den weiteren Verlauf des Romans ist dieser Aufenthalt von zentraler Bedeutung. In dieser Höhle erlebt der Protagonist den entscheidenden Moment, in dem er erkennt, dass er keinen eigenen Geruch hat.

Die Ankunft am Berg wird genau datiert, es ist eine „Augustnacht des Jahres 1756“, (S. 153). Das Erwähnen des exakten Datums kann als Vorausdeutung auf ein wichtiges, vielleicht sogar entscheidendes Erlebnis im Leben von Grenouille gelesen werden. So wird die Ankunft am Berg in eine Reihe mit anderen geschichtlichen Ereignissen gestellt, die im Roman ebenfalls durch genaue Datierungen hervorgehoben werden.

Die Gegend, in welcher sich der Berg befindet, wird beschrieben mit „Und bei Nacht gar, im bleichen Licht des Mondes, schien sie in ihrer gottverlassenen Öde nicht mehr von dieser Welt zu sein“, (S. 152). Grenouille kann an dem Ort nichts Menschliches mehr riechen. Er freut sich darüber und ist erleichtert (vgl. S. 154 f.). Der Protagonist ist in der Höhle „am Ende des Tunnels“ (S. 156) angekommen. Dies steht im Gegensatz zu einer üblichen Beschreibung, den Ausweg aus einem Tunnel zu suchen oder „das Licht am Ende des Tunnels“ sehen zu wollen. Grenouille selbst sucht dieses Licht nicht, das Gegenteil ist der Fall. Süskind schreibt: „Grenouille war am Ziel. Aber gleichzeitig war er gefangen“, (S. 153).

Die Höhle im Berg wird zu einem Ort, der sich außerhalb von Zeit und Raum bewegt. Die ...

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