Bildungsroman

Der Gattungsbegriff des Bildungsromans wurde vor allem durch die Spätaufklärung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts geprägt. Die Begriffe Entwicklung, Erziehung und Bildung wurden zu der Zeit kaum voneinander unterschieden. Eines der bedeutendsten und wichtigsten Werke für die Gattung „Bildungsroman“ ist Johann Wolfgang von Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ aus dem Jahr 1795.

Im Bildungsroman wird der Versuch eines Individuums, seinen eigenen Platz in der Welt zu finden, bis hin zur eigenen Selbstverwirklichung beleuchtet. Dabei wird die komplette Lebensspanne eines Protagonisten (von der Geburt bis zum Tod) beschrieben. Oft wird die Erzählung in drei verschiedene Teile untergliedert (Kindheit – Ausbildung – Selbstverwirklichung/Finden des Platzes in der Gesellschaft). Das Leben des Protagonisten wird kausal aufgebaut und kann so vom Leser leicht nachvollzogen werden. Der Bildungsroman zeigt nicht einen von der Geburt an idealen Menschen, sondern beleuchtet das Werden eines Charakters zu einer (im Musterfall) idealen Menschenfigur.

In Süskinds „Das Parfum“ ist Jean-Baptiste Grenouille dieser Protagonist. Von seiner Geburt am 17. Juli 1738 (S. 7) bis zu seinem Tod am 25. Juni 1767 (S. 317) im Alter von 28 Jahren kann der Leser seine Biografie nachvollziehen.

Anstelle einer Dreiteilung eröffnet S...

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