Film

Der Film zum gleichnamigen Buch „Krabat“ kam im Jahr 2008 in die deutschen Kinos. Regisseur der Verfilmung ist Marco Kreuzpainter. Im Vergleich zu Ottfried Preußlers Roman finden sich zahlreiche Unterschiede im Geschehens- bzw. Handlungsverlauf.

Der Film wird eröffnet und beendet durch einen Off-Sprecher, der den erwachsenen Krabat darstellt und der retrospektiv erzählend über die Ereignisse auf der Mühle berichtet. Die Eröffnungsszene stellt ein durch Krieg verwüstetes und teilweise brennendes Dorf in einer Winterlandschaft dar. Die Stimme berichtet über den zurzeit herrschenden 30-jährigen Krieg im Land und thematisiert auch die Pest, die sich ausgebreitet hat.

Es folgt die Vorstellung von Krabat und zwei weiteren Jungen und das Aufzeigen ihrer Situation als Betteljungen. Im Traum, den Krabat in der ersten Nacht hat, wird er vom Meister explizit auf die Mühle gerufen und damit gelockt, dass dort noch ein Platz frei sei. Als Krabat sich auf den Weg zur Mühle macht, wird er von Raben geleitet, und fragt nicht, wie es im Buch der Fall ist, einen Bauern nach dem Weg. Seinen Eintritt in das Mühlenleben besiegelt er durch einen Handschlag mit dem Meister, und dieser ist es auch, der Krabat über die Mühlenordnung informiert und ihm von Anfang an klarmacht, dass er bis zur ersten Osternacht nur zur Probe auf der Mühle sei.

In Krabats erster Mühlennacht wird er nicht im Halbschlaf von den anderen Gesellen geweckt, sondern lernt diese direkt kennen. Ebenfalls erscheinen sie nicht als völlig in weiß gekleidete, engelsgleiche Gestalten, sondern haben lediglich ein weißes (vermutlich mit Mehlstaub) beflecktes Gesicht. Sie umrunden auch nicht in einem Kreis seine Schlafstätte, sondern der Altgesell Tonda steht vor ihm, hält eine Lampe in der Hand und stellt die anderen Gesellen vor.

Im Film entfällt für Krabat und auch für den später auf die Mühle kommenden Lobosch das Ausfegen der Mehlkammer; außerdem findet das Händeauflegen durch Tonda nicht statt. Stattdessen machen sich die anderen Gesellen an Krabats erstem Mühlentag über ihn lustig.

Juro wird als stotternder junger Mann dargestellt und Tonda als Altgesell, der die Arbeit der anderen Gesellen einteilt. Die Abneigung zwischen Krabat und Lyschko wird von Anfang an entwickelt und aufgezeigt. Dies passiert unter anderem durch Szenenschnitte zu Lyschko in Situationen, in welchen Krabat Fehler macht oder Schwierigkeiten beim Erledigen der Arbeiten hat. Zusammen mit Lyschko werden Hanzo und Andrusch als eine zusammengehörende Gruppe gezeigt. Staschko ist der Handwerker auf der Mühle, der den Traum hat, ein neues Mühlenrad zu bauen. Michal und Merten sind auch im Film Vettern.

Es wird bei der Darstellung der Jungen nicht suggeriert, dass es einen starken Zusammenhalt unter den Gesellen auf der Mühle gibt. Das Gegenteil ist der Fall.

Um zu demonstrieren, dass Krabat zu Beginn seiner Mühlenzeit nicht über die gleiche Stärke verfügt wie die anderen Gesellen, soll er versuchen, ein voll beladenes Fuhrwerk zu ziehen, was ihm natürlich misslingt. Auch hier machen sich die anderen Gesellen zunächst über ihn lustig. In einer späteren Szene, nachdem Krabat vom Meister in die Mühle aufgenommen wurde, gelingt ihm dann das Ziehen des Fuhrwagens, was sowohl seine körperliche Entwicklung verdeutlicht als auch die Tatsache, dass er durch den Eintritt in die Lehre beim Meister mittlerweile über magische Kräfte verfügt.

In der Nacht, in der Herr Gevatter das erste Mal auf der Mühle erscheint, wacht Krabat auf und beobachtet zunächst aus dem Fenster heraus die anderen Gesellen. Diese stehen mit Fackeln in der Hand in zwei Reihen im Schnee und warten auf die Ankunft des Herrn Gevatter. Herr Gevatter ist ohne die leuchtende Hahnenfeder dargestellt und spricht während des Filmes kein einziges Wort. Des Weiteren bedeckt nicht ein Hut sein Gesicht, sondern ein Mantel hüllt seinen ganzen Körper ein. In dieser Nacht bleibt Krabat auch nicht wie im Buch als Beobachter in der Schlafkammer, sondern streift durch die Mühle und beobachtet die Ge...

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