Otfried Preußler

Otfried Preußler wurde am 20. Oktober 1923 im nordböhmischen Reichenberg (heutiges Tschechien) geboren. Seine Eltern arbeiteten beide als Lehrer. Sein Vater sammelte zusätzlich als Volkskundler Sagen über die Region Böhmen und legte diese schriftlich nieder. So kam Otfried Preußler schon früh in den Kontakt mit fantastischen Erzählungen. Auch seine Großmutter Dora prägte den jungen Preußler durch ihren unerschöpflichen Vorrat an Geschichten.

Nach dem Abitur im Jahre 1942 wurde Otfried Preußler als Soldat an die Ostfront geschickt. Er kämpfte im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) und geriet 1944 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Zu diesem Zeitpunkt war er erst 21 Jahre alt. Nach fünf Jahren, 1949, kehrte Preußler nach Deutschland zurück und fand seine Familie wieder. Er heiratete und bekam mit seiner Frau drei Töchter.

Nach seiner Rückkehr arbeitete Otfried Preußler als Lokalredakteur und Verfasser von Kindergeschichten, um sich sein Studium zum Lehrer zu finanzieren. Bis 1970 war er dann im Schuldienst tätig, obwohl ihm bereits im Jahr 1956 mit „Der kleine Wassermann“ der erste große Erfolg als Schriftsteller gelang. Preußler veröffentlichte insgesamt 32 Bücher, die in 55 Sprachen übersetzt wurden. Er erhielt zahlreiche, auch internationale Auszeichnungen und Preise, 1993 sogar das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Otfried Preußler zählt zu den bedeutendsten Kinder-und Jugendbuchautoren seiner Zeit. Zu seinen bekanntesten Werken zählen u. a. „Die kleine Hexe“ (1959), „Das kleine Gespenst“ (1966), „Der Räuber Hotzenplotz“ (1962-1973) und „Krabat“ (1971). An Letzterem arbeitete Preußler zehn Jahre lang, bis es zur endgültigen Veröffentlichung des Werks kam.

Viele Bücher des Autors wurden verfilmt oder als Theateradaptionen aufgeführt.

2013 verstarb Otfried Preußler im Alter von 89 Jahren in Bayern.