Inhaltsanagabe

Die Nibelungensage ist eine der verbreitetsten und einflussreichsten Erzählungen des mittel- und nordeuropäischen Mittelalters. Die Handlung spielt im 5. Jahrhundert und berichtet vom Untergang des Burgundischen Reiches und von der Geschichte des Königshauses in Worms, welches das Reich der Burgunden regiert.

Zunächst mündlich überliefert, existieren zahlreiche, voneinander abweichende Fassungen der Sage. Die wichtigste literarische Version stellt das in Versen geschriebene hochmittelalterliche Nibelungenlied aus dem 12./13. Jahrhundert dar. Sowohl der Autor des Nibelungenliedes als auch der Ort seiner Niederschrift sind unbekannt, es wird jedoch vermutet, dass es in der Gegend von Passau an der heutigen deutsch-österreichischen Grenze verfasst worden ist. Eine neuere Nacherzählung stellt das Werk Die Nibelungen neu erzählt des österreichischen Geschichtenerzählers Michael Köhlmeier dar, das wir als Referenzbuch benutzt haben. 

Erster Teil: Am Hof zu Worms

Vor langer Zeit herrschen in Worms, der Hauptstadt von Burgund, der König Dankwart und seine Frau Ute. Sie haben vier Kinder: die drei Söhne Gunther, Gernot, Giselher und eine Tochter namens Kriemhild. Als Dankwart stirbt, übernimmt sein ältester Sohn Gunther die Regierungsgeschäfte, er erweist sich aber als ein passiver und schwacher König. Er regiert gemeinsam mit seinen Brüdern, aber tatsächlich verfügt Hagen von Tronje, der Berater Gunthers, über die wahre Macht am Hof. Gunthers Lehnsmann ist ein geschickter Diplomat, der es versteht, auf die Königsfamilie einzuwirken und das Reich auch nach außen hin zu schützen. Jeder weiß, ohne Hagen gäbe es schon lange kein Burgund mehr.

Kriemhild, die Schwester des Königs, gilt als schönste Frau des Königreiches. Ständig kommen neue Werber an den Hof, um um die Hand der wählerischen Prinzessin anzuhalten. Hagen ist ihr väterlicher Freund. Der schlaue Ratgeber sieht sein Machtmonopol durch eine eventuelle Heirat Kriemhilds bedroht. Er weiß genau, wie er mit der Prinzessin reden muss, um sie nur noch wählerischer zu machen. Tragischerweise entspricht Hagen genau Kriemhilds Ansprüchen, doch hat er aufgrund seines Standes keine Chancen und er leidet sehr darunter.

Eines Tages hat Kriemhild einen Traum. Sie stellt sich vor, dass ein schöner Falke zu ihr in die Kammer fliegt und sich zutraulich auf ihre Hand setzt. Plötzlich erscheinen zwei Adler, die sich auf den armen geliebten Falken stürzen und ihn töten. Kriemhilds Mutter Ute interpretiert den Traum so, dass Kriemhild für kurze Zeit glücklich sein werde, dass dafür aber ihr Unglück danach ihr ganzes restliches Leben über andauern werde. Entsetzt über diese Prophezeiung, schwört Kriemhild, niemals jemanden zu heiraten, und zieht sich auf einen Turm der Burg zurück. Von dort sieht sie aus einem Fenster ihre Freier aus der Ferne kommen. Eines Tages kommt ein junger gutaussehender Reiter mit seinem Gefolge zum Hof, der ihre Aufmerksamkeit erweckt. Es ist Siegfried, der Prinz von Xanten.

Zweiter Teil: Siegfrieds Jugend

Siegfried ist der Sohn des Königspaares Siegismund und Sieglinde von Xanten im Niederland. Bereits als Kind ist Siegfried...

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