Literarischer Hintergrund

Heldendichtung

Heldendichtung bzw. Heldenepik ist ein Dachbegriff für literarische Werke, die vom Helden(zeit)alter handeln. Das Heldenalter bezeichnet eine glorreiche Zeit in der Geschichte eines Volkes oder einer Ethnie, aus der viele Mythen und Sagen hervorgehen, die für das jeweilige Kollektiv als identitätsstiftend gelten. 

Heldenlieder stellen die älteste poetische Form der Heldenepik dar. Diese gemeinhin kurzen Dichtungen wurden von fahrenden Sängern auswendig vorgetragen, daher gibt es nur wenige schriftliche Fixierungen von diesen Dichtungen. Das einzige althochdeutsche überlieferte Heldenlied, das zumindest in Teilen erhalten ist, ist das stabreimende Hildebrandslied aus dem 9. Jahrhundert. Schriften aus dieser Zeit wurden sonst fast ausschließlich in Latein verfasst. Dies änderte sich in der mittelhochdeutschen Epoche. Das Heldenlied entwickelte sich hin zu einem umfangreichen Heldenepos, das nun auch niedergeschrieben wurde.

Das heroische Zeitalter der germanischen Heldenepik ist die Zeit der Völkerwanderung (4. bis 6. Jahrhundert). Der Autor des Heldenepos bleibt anonym und nimmt mündliche Traditionen als Ausgangspunkt für sein Epos. Das Epos erzählt die Geschichte einer Gemeinschaft und nicht nur eines Helden. Als der Held stirbt, setzt sich die Handlung dennoch fort. Die Begebenheiten sind geografisch nachvollziehbar. Die Handlung hat einen Wirklichkeitsbezug. 

Das Nibelungenlied, das bedeutendste Heldenepos, weist alle diese Charakteristika auf. Wie es für die Heldendichtung üblich ist, ist auch das Werk in Versen verfasst. Die Strophen des Liedes bestehen aus vier sich paarweis...

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