Siegfried

Das unbändige Kind 

Siegfried von Xanten verkörpert eine der zentralen Figuren im Nibelungenlied. Er ist der Sohn von König Siegismund und Königin Sieglinde von Xanten im Niederland. Er hat „blond wallendes Haar“ (S. 23) und ist mit unglaublichen körperlichen Kräften ausgestattet. Bereits als Kind ist er so stark, dass er kaum zu bändigen ist. Wenn der junge Siegfried mit den Hunden im Hof spielt, passiert es öfter, dass er einen über die Dächer wirft. Außerdem zeichnet sich der junge Prinz durch eine unglaubliche Naivität aus. Einmal tötet er einen Stier, weil er glaubt, dass dieser mit ihm spielen möchte. 

Daher gilt der leichtgläubige Knabe, der ein gutmütiges Herz besitzt, als schwer erziehbar. Seine Eltern sind verzweifelt, denn sie wissen nicht, wie sie Siegfrieds Kräfte zähmen können: „Mit dieser körperlichen Kraft konnten weder er noch seine Erzieher, noch seine Eltern umgehen“ (S. 27). Als sie ihrem Sohn körperliche Arbeit auftragen, wird dieser nur noch stärker und unbändiger. Sein Vater schickt ihn schließlich auf Wanderschaft, als der Prinz zu einem jungen Mann herangewachsen ist: „Such deine Welt!“ (S. 29), sagt er zu ihm.

Der begabte Schmiedelehrling

Das erste Mal in seinem Leben verspürt der Prinz Angst, als er das Schloss seiner Eltern verlässt und sich auf Wanderschaft begibt. Auf einer Waldlichtung findet Siegfried eine Schmiede vor. Dem Schmiedemeister Mime gefällt der junge kräftige Kerl und er nimmt ihn als Lehrling bei sich auf. Der gute Lehrer findet, dass Siegfried ein außergewöhnlicher Lehrling ist. Als Gesellenstück lässt Mime Siegfried ein feines Netz schmieden, denn er weiß: „Das Grobe, die pure rohe Kraft, kann nur vom Feinen gebannt werden“ (S. 34). Zu des Meisters Zufriedenheit gelingt es Siegfried in vorzüglicher Weise, seine Aufgabe zu erfüllen, er darf das Netz sogar anschließend behalten.

Die anderen Schmiedegesellen sind eifersüchtig auf der starken und begabten Siegfried, denn Mime kümmert sich meistens nur um ihn. Eines Tages schicken diese den naiven Burschen zum Köhler, um bei diesem Kohle zu holen, doch sie geben ihm falsche Weghinweise. Trotz der hämischen Gesichter vermutet Siegfried nichts Schlimmes, denn „[e]r hatte noch keine schlechten Erfahrungen im Leben gemacht“ (S. 38). 

Der Kampf mit dem Drachen und mit den zwei Königen

Im Wald trifft der junge Prinz auf einen Drachen. Zuerst glaubt der junge Kraftprotz, dass das Tier bloß mit ihm spielen möchte, doch bald begreift er, dass das Unget...

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