Hagen

Der mächtige Berater und Feldherr

Hagen von Tronje verkörpert den Hauptwidersacher im Nibelungenlied. Er ist ein „zutiefst widersprüchlicher Charakter“ (S. 12), für die einen ein grausamer und kompromissloser Mensch, für die anderen ein geschickter Diplomat.

Hagen ist der Lehnsmann von Gunther, Gernot und Giselher, aber im Prinzip führt er die Regierungsgeschäfte in Burgund. Die drei Brüder, die gemeinsam regieren, haben großen Respekt vor ihm und lassen ihn walten, wie er es für richtig hält. Denn obwohl Hagen „unberechenbar […] und undurchschaubar“ ist, so ist er doch „unbedingt loyal und unschlagbar klug“ (S. 12). Er hat nur das Beste für das Burgunderreich im Sinne. 

Der kluge Berater ist als Feldherr gefürchtet, was ihm zu einem Garanten für die Sicherheit Burgunds macht. Niemand wagt einen Kampf mit einem Heer, das von Hagen von Tronje geführt wird. Deshalb versuchen viele Gegner, auf dem Heiratswege die Macht über Burgund zu erlangen. Scharenweise kommen Freier an den Hof zu Worms, um um die Hand der schönen Prinzessin Kriemhild anzuhalten. Aber keiner scheint ihr gut genug zu sein.

Hagen, dem Kriemhild blind vertraut, sieht auch lieber zu, dass Kriemhild wählerisch bleibt, denn „die Unentschlossenheit der Prinzessin [ist] eine Art Versicherung“ (S. 14) für ihn, der keinen starken Mann an Kriemhilds Seite haben möchte, der an seiner Macht rütteln könnte. Vielleicht ist er auch selbst in der wunderschönen Kriemhild verliebt. Obwohl er allen ihren Anforderungen entspricht, ist er leider nicht standesgemäß und hat deshalb keine C...

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