Freundschaft und Verliebtheit

Gemeinsame Spiele und Interessen

Zu Beginn denkt Alan noch, dass er für Naomi nichts weiter empfindet. „Naomi – die liebte er natürlich nicht. Was bedeutete sie ihm? Nichts. […] Aber das stimmte ja nicht. […] Also gut, sie waren Freunde “ (S. 68). Doch Naomi und Alan werden im Laufe der Handlung von „Der gelbe Vogel“ sogar sehr enge Freunde. Schon bald, nachdem die beiden angefangen haben, miteinander zu sprechen (zu Beginn in der Rolle der Handpuppen „Yvette“ und „Charlie“), teilt Alan ihr mit, dass er sie gern hat (vgl. S. 57).

Naomi in der Rolle der Yvette geht einen Schritt weiter und sagt: „ich hab‘ dich gern, ich auch, Scharly. Du bist mein Freund, oui?“ (S. 57). Für Naomi ist es sehr wichtig, dass Alan ja sagt, denn sie hat keinen einzigen Freund, als sie Alan kennenlernt. Es fällt Alan schwer, sich dahin gehend zu äußern, doch auch er sagt schließlich, dass Naomi seine Freundin ist (vgl. S. 58). Die beiden haben gemeinsame Interessen: Naomi ist begeistert, als Alan ihr den alten Flugplatz zeigt, und rennt mit seinem Modellflugzeug herum. Aber die beiden können auch tiefsinnige Gespräche führen und gemeinsam picknicken.

Beide haben keine Geschwister. Aber sie fühlen sich miteinander so verbunden, dass sie fast das Gefühl haben, als gehörten sie zu einer Familie. Alan, dessen Schwester nur wenige Tage nach der Geburt im Krankenhaus gestorben ist (vgl. S. 25), stellt sich einmal vor, dass Naomi diese Schwester sei (vgl. S. 63). Sie kommt ihm so sehr vertraut vor, dass er das Gefühl hat, sie schon von früher her zu kennen (vgl. S. 64). Auch Naomi fühlt sich auf eine familiäre Weise mit Alan verbunden. Einmal schreibt sie über ihn, dass sie, wenn sie einen Bruder hätte, wünschen würde, „daß er wie Alan ist. Denn ein Bruder muß lieb sein und Alan ist lieb“ (S. 139).

Die beiden Teenager

Alan und Naomi sind beide zwölf Jahre alt, ein Alter, in dem es ganz normal ist, dass Teenager beginnen, sich zu verlieben. Das wird auch anhand von anderen Kindern aus Alans Klasse dargestellt: Einmal sind Alan und seine Klassenkameraden im Kino. Die Mädchen sitzen in einer Reihe vor den Jungen (vgl. 79). Ein Junge kabbelt sich mit einem Mädchen. Er neckt sie und sie reagiert ein wenig gereizt. Die anderen Teenager amüsieren sich. Es scheint, dass der Junge das Mädchen ein wenig provoziert, weil er gern ihre Aufmerksamkeit hätte. Er nimmt ihre Haare in die Hand (ebd.). Er fordert sie auf, sich auf seinem Schoß zu sitzen, und droht spielerisch damit, sich sonst auf ihren zu setzen...

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