Zuhören

Der Streit zwischen Nicola und Nino

Das Amphitheater, in dem Momo lebt, kann in seiner ursprünglichen Funktion als ein Symbol für Momos besondere Eigenschaften charakterisiert werden. Es wurde damals für diejenigen Menschen erbaut, die „leidenschaftliche Zuhörer und Zuschauer“ (S. 6) waren. Momo lebt in diesem Amphitheater und hört den Menschen zu oder betrachtet sie. Momo kann deshalb so gut zuhören, da sie viel Zeit hat und sich daher Zeit für ihre Umwelt nehmen kann: „...Zeit war ja das Einzige, woran Momo reich war“ (S. 16).

Momos besondere Eigenschaft, die Menschen sich einander zuhören und sie sich untereinander verständigen zu lassen, wird nun anhand eines Beispiels von zwei Nachbarn, Nicola und Nino, verdeutlicht, die seit Langem miteinander zerstritten sind. Nicola und Nino wird von den Leuten der Stadt empfohlen, zu Momo zu gehen. Nachdem sie sich zunächst geweigert haben, geben sie schließlich widerwillig nach (S. 15).

Nicola und Nino kommen zu Momo ins Amphitheater und setzen sich „stumm und feindselig“ (S. 16) auf die andere Seite der Sitzreihen. Momo will keinen der beiden bevorteilen und setzt sich genau zwischen sie, um sie abwechselnd anzusehen und abzuwarten. Nach einiger Zeit des Schweigens steht Nicola wieder auf und will gehen, da er glaubt, dass Nino „verstockt“ (S. 16) ist. Daraufhin entwickelt sich ein wütendes Streitgespräch zwischen den beiden Männern, bei dem sie sich gegenseitig beschimpfen und Vorwürfe machen. Momo sagt nichts und hört ihnen weiter zu.

Es stellt sich nach einiger Zeit heraus, wie der Streit zustande gekommen ist. In Ninos Lokal hing ein Bild des Heiligen Antonius an der Wand, das er einmal aus einer Zeitschrift ausgeschnitten und eingerahmt hatte. Nicola möchte ihm dieses Bild abkaufen und bietet ihm dafür seinen Radioapparat an. Nino glaubt, dass er damit einen guten Tausch gemacht hat.

Als das Bild seinen Besitzer wechselt, stellt sich heraus, dass zwischen dem Bild und der Rückwand ein Geldschein steckt, sodass Nicola nun einen großen Vorteil hat. Dieser weigert sich, Nino das Geld zu geben, obwohl es nicht Teil der Vereinbarung war (S. 19). Nicola hatte nämlich gesehen, dass ein Gast zwei Abende zuvor einen Geldschein als Opfergabe dort hineingesteckt hat. Beide haben damit versucht, sich gegenseitig zu betrügen (S. 20).

Nach der Auseinandersetzung weigert sich Nino, Nicola noch einmal etwas in seinem Lokal auszuschenken. Der Streit eskaliert: Nicola schreibt auf Ninos Tür „Wer nichts wird, wird Wirt“ (S. 18), um ihn zu ärgern. Danach will es Nino wieder...

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