Das Märchen vom Zauberspiegel

Der Zusammenhang zwischen Zeit und Glück wird sinnbildlich im Märchen vom Zauberspiegel der Prinzessin Momo veranschaulicht (S. 52-58). Dieses Märchen wird von Gigi für Momo erfunden und erzählt eine eigenständige Geschichte innerhalb der eigentlichen Erzählung Man spricht daher hierbei auch von einer Binnenerzählung (siehe Abschnitt „Aufbau und Inhalt“). Da diese Geschichte auch sinnbildlich für das steht, was die eigentliche Erzählung dem Leser näherbringen möchte, kann sie darüber hinaus ebenfalls als eine Allegorie innerhalb der Erzählung bezeichnet werden.

Das Märchen handelt von der Prinzessin Momo. Diese lebt hoch über der Welt auf einem schneebedeckten Berggipfel in einem gläsernen Schloss. Sie sendet ihren Zauberspiegel aus, der über die Welt fliegt und Spiegelbilder einsammelt. Die schönsten davon behält sie, doch alle Lebewesen um sie herum sind daher nur Spiegelbilder (S. 52).

Die Prinzessin ist so lange unsterblich, wie sie selbst nicht in den Spiegel blickt. Sie ist lange zufrieden mit dieser Situation, bis sie eines Tages das Spiegelbild eines jungen Prinzen erblickt, das eine tiefe Sehnsucht in ihr weckt (S. 53). Sie schaut daher in den Spiegel, um ihr Spiegelbild zum Prinzen zu schicken. Prinzessin Momo will nun ihre Unsterblichkeit und damit die Beherrschung der Zeit gegen wirkliche Erfüllung und echtes Glück eintauschen.

Der Prinz, in den sich die Prinzessin Momo verliebt hat, heißt Girolamo und lebt im Morgen-Land. Das Reich ist nicht im Gestern und nicht im Heute angesiedelt, „sondern es lag immer einen Tag in der Zukunft“ (S. 54). Somit leben sowohl Momo als auch Girolamo in einem Umfeld, in dem die Zeit beherrscht wird.

Als der Prinz Girolamo älter wird, soll er sich eine Frau wählen. Daher kommen viele junge Damen in den Palast, doch unter den Bewerberinnen befindet sich eine böse Fee, in ihren Adern grünes, kaltes Blut fließt (S. 54). Durch einen Zauberspruch bewirkt sie, dass der Prinz nur noch Augen für sie hat und ihr jeden Wunsch erfüllen will. Sie zwingt ihn dazu, ein Jahr nicht zu dem schwebenden Silberspiegel der Prinzessin Momo hinaufzuschauen. Wenn er dies doch tut, so muss ...

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