Satire

Das Wort „Satire“ basiert ursprünglich auf dem lateinischen Wort „satura“ und bedeutet zunächst einmal „Gemüsesalat“. Später wird es auf eine Sammlung vermischter Gedichte übertragen und steht bis heute für eine Kunstform, die Missstände lächerlich macht. Durch die Verwendung von Stilmitteln, wie Übertreibung, Ironie und beißendem Spott, wird in der Literatur, im Film und vor allem in der Karikatur Kritik an Personen, Ereignissen und gesellschaftlichen Problemen geübt. Bewusst werden hierbei die zu kritisierenden Zustände stark überzeichnet und mit scharfem Witz lächerlich gemacht. 

Die Kunstform der Satire existiert seit dem Altertum und schon aus dem alten Ägypten sind satirische Briefe überliefert. Als eigenständige literarische Gattung hat sie ihren Ursprung in der griechischen und römischen Antike. So verfasst der griechische Dichter Menippos von Gadara bereits in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. Satiredichtungen. 

Die Entwicklung der Satire entwickelt sich im Laufe der Zeit über die Form der mittelalterlichen Ständesatire, die sich mit Ständerivalitäten auseinandersetzt und Sozialkritik übt, hin zur Narrensatire der Renaissance, die menschliche Schwächen und Fehler aufdeckt. In den Perioden der Reformation, der Aufklärung, der Klassik und der Romantik entlarven satirische Werke, wie zum Beispiel die von Erasmus von Rotterdam, Voltaire, Molière (Der eingebildete Kranke), Jean Paul oder Heine (Deutschland. Ein Wintermärchen), allgemeinmenschliche, gesellschaftliche und politische Missstände.

Auch in der modernen Literatur hat die Satire ihren festen Platz und findet sich zum Beispiel in den Werken von Kästner (Fabian), Brecht, Koeppen, Grass oder Heinrich Mann (Der UntertanProfessor Unrat) wieder. Hier bildet sie keine eigenständige literarische Gattung, sondern ist ein prägendes Merkmal von bestimmten Erzählungen. Zukunftsliteratur, wie Schöne neue Welt1984 Fahrenheit 451 Herr der Fliegen oder Corpus Delicti: Ein Prozess, enthalten des Weiteren satirische Elemente, welche die in den dystopischen Erzählungen geäußerte Gesellschaftskritik verdeutlichen. 

Um ihre mal amüsante, mal elegante, mal provokative Kritik zu üben, verwenden die Autoren in ihren Romanen, Geschichten, Gedichten oder Theaterstücken oft verstärkende erzählerische Mittel, wie Mehrdeutigkeit, Situationskomik, Ironie, Über- oder Untertreibung, mitunter natürlich auch schwarzen Humor, Sarkasmus und Zynismus. Wichtige rhetorische Stilmittel, die ihre satirischen Absichten unterstreichen und diese vor allem deutlich für die Leser erkennbar machen, sind unter anderem die Hyperbel, Vergleiche, Metaphern, Antithesen und Wortspiele. 

Heute erscheint Satire nicht nur in der Form von literarischen oder journalistischen Texten und Kabarettprogrammen, sondern ist auch umfassend in Filmen, Fernsehsendungen und vor allem in ganz neuen Ausprägungen in den sozialen Medien zu finden.