Reportage

Kennzeichen

Der Begriff Reportage stammt von dem lateinischen Wort „reportare“, das übersetzt melden/berichten bedeutet. Die Reportage ist ein informativer Text, der Tatsachen wiedergibt, welche der Reporter miterlebt, gehört oder gesehen hat. Der Reporter verfasst dann einen tatsachenorientierten Erlebnisbericht. Er ist ein Teil der Handlung und schildert in ausführlicher Weise die Hintergründe des Themas. Das Interesse, die gründliche Vorarbeit und Recherche des Reporters zum Thema sind oft ausschlaggebend für die Qualität der Reportage.

Die Reportage befasst sich meist mit aktuellen gesellschaftlichen Zuständen und Vorgängen. Sie muss nicht alle Aspekte eines Geschehens beleuchten, sondern kann nur einen ausgewählten Teil der Wirklichkeit schildern. Sie beschreibt die Sicht des Reporters auf ein bestimmtes Thema und vermittelt Hintergrundinformationen.

Obwohl die persönlichen Wahrnehmungen und Meinungen des Reporters oft im Vordergrund stehen, stützt dieser sich vor allem auf nachweisbare Fakten und versucht vor allem, objektiv zu bleiben. Er stellt die Fakten dar und liefert Hintergrundinformationen, die durch seine persönlichen Eindrücke ergänzt werden. Dennoch soll der Reporter persönliche Kommentare oder Reflexionen vermeiden.

Die Reportage darf subjektive Färbungen und Impressionen enthalten, die für das Einfühlen des Lesers sorgen. Der Leser soll sich durch die Beobachtungen, Empfindungen und Stimmungsberichte des Reporters direkt in das Geschehen vor Ort einfühlen können. Die Reportage liefert nicht nur Informationen, sondern gibt auch eine Atmosphäre wieder.

Die Reportage ist häufig in der Ich-Form verfasst und im Präsens verfasst, das Aktualität und Nähe vermittelt. Kurze Sätze erhöhen Spannung und Tempo, während lange Sätze eine Atempause verschaffen können. Die Sprache ist öfter sehr bildlich und mit vielen beschreibenden Adjektiven, Vergleichen und sprachlichen Bildern versehen.

Aufbau

Die Reportage besteht oft aus drei Teilen: Einstieg - Berichtkern – Schluss

Der Einstieg in die Reportage ist sehr wichtig und soll das Interesse des Lesers wecken. Der Beginn der Reportage folgt keinen klaren Regeln und ist vom Thema abhängig. Ein für das Thema wichtiges Detail oder eine Szene kann zum Beispiel geschildert werden, ein Zitat kann angewendet werden, um dem Leser direkt ein Bild vor Augen zu führen. Die Reportage lässt den Leser in eine spannende Szenerie eintauchen, um sein Interesse zu wecken. 

Die Situation, der Zeitpunkt und die handelnden Personen sollen beschrieben werden, damit der Leser sich in die Geschichte hineinversetzen kann. Die Reportage ist meistens dramaturgisch aufgebaut und besitzt sowohl einen Spannungsbogen als auch einen roten Faden. Die Reportage ist oft nicht nur informierend, sondern besitzt auch einen unterhaltsamen Charakter.

Nicht nur Fakten, sondern auch die Stimmung durch zum Beispiel Geruch, Licht oder Geräusche werden eingefangen. Die Details und Sinneseindrücke sollen verständlich beschrieben werden. Eine detaillierte Beschreibung der Handlung, der Personen und der Details ist deshalb erforderlich, um dem Erlebnisbericht Authentizität zu verleihen. Zitate werden häufig in eine Reportage eingestreut, um sie lebhaft zu gestalten.

Am Ende der Reportage sollte keine moralische Schlussfolgerung oder kein lehrhaftes Fazit gezogen werden. Der Text kann nach einer Szene ohne einen abschließenden Satz plötzlich enden, mit einer kurzen Pointe schließen oder einen kleinen Ausblick in die Zukunft vermitteln.

Eine Reportage kann als Fotoreportage Fotos und Text enthalten. Sie kann im Radio vorgelesen werden oder kann auch als Film bewegte Bilder und Text enthalten.

Merkmale der Reportage

  • Tatsachenorientierter Erlebnisbericht
  • Mischt Sachlichkeit und persönliche Sichtweise
  • Enthält subjektive Färbungen und Impressionen, gibt Atmosphäre wieder
  • Einstieg - Berichtkern – Schluss
  • Dramaturgischer Aufbau - Spannungsbogen - roter Faden
  • Verständlichkeit, Präsenz, Ich-Form, Bildlichkeit