Erlebnislyrik

Die Erlebnislyrik nimmt ihren Anfang und erreicht ihren Höhepunkt in der Epoche des Sturm und Drang. Der Erfolg der Gattung setzt sich jedoch auch in den Zeiten der Klassik und Romantik fort. Die Begründung dafür ist das prägende Interesse dieser Literaturperiode an dem Individuum und seinem Verhältnis zur Welt. Der berühmteste Vertreter der Erlebnislyrik ist der junge Johann Wolfgang von Goethe.

In den Gedichten drückt das Lyrische Ich sein privates Erleben und Empfinden aus, deshalb wird die Erlebnislyrik auch manchmal als Konfessionslyrik bezeichnet. Häufig werden Träume oder Geschichten zum Rahmen der Dichtung verwendet, welche die subjektiven Erlebnisse und Empfindungen des Autors widerspiegeln. So lassen sich nicht selten autobiografische Bezüge herstellen, die ein genau datierbares Erlebnis des Autors als Ausgangspunkt markieren.

Die Erlebnislyrik drückt die Verbindung des menschlichen Geistes mit seiner Umgebung aus. Der Dichter verarbeitet äußere Geschehnisse emotional mithilfe der Sprache und benutzt häufig die Bilder der Natur, um seinen Gemütszustand und sein Gefühlsleben zum Ausdruck zu bringen. 

Unmittelbar beschreibt das Lyrische Ich sein persönliches Erleben mithilfe von Schlüsselwörtern und Begriffen, wie Liebe, Herz, Schmerz, Einsamkeit, Freundschaft, Abend, Nacht oder den vier Jahreszeiten.Die Gefühlslage des Sprechers, ob sie nun positiv oder negativ ist, wird aufgrund der Schilderung der Umgebung nachvollziehbar. Daher kann sich der Leser mit dem Lyrischen Ich identifizieren.

Die reine, spontane Empfindung steht im Vordergrund der emotionalen und individuellen Form sowie der Sprache der Erlebnislyrik. Ausrufe und unvollständige Sätze prägen oft die Gedichte. Symbole werden dazu benutzt, um persönliche Assoziationen mitzuteilen. Die Erlebnisdichtung bedient sich vermehrt des Stils der Volksballaden und der Volkslieder. Auch die Sprachmittel dieser Gattungen, wie Archaisierungen, Diminutive, Dialektwörter und unechte Reime, werden häufig in der Erlebnislyrik aufgegriffen.

 

Unsere Erlebnislyrik:

Goethe

Ein Gleiches

Willkommen und Abschied

Mailied