Abenteuerroman

Abenteuergeschichten haben ihr Publikum zu jeder Zeit fasziniert. Schon in 8. Jahrhundert v. Chr. schrieb Homer zum Beispiel die Odyssee, in welcher der König von Ithaka bereits ein Abenteuer nach dem anderen besteht. Die Abenteuerliteratur ist somit mit dem Mythos, Epos oder Märchen verwandt.

Das Wort Abenteuer leitet sich aus dem lateinischen Begriff „adventura“ ab und bedeutet übersetzt so viel wie Erlebnis. Ein Abenteuer ist ein Ereignis, das sich vom Alltäglichen in starkem Maße unterscheidet, wobei das außergewöhnliche und spannende Geschehen oft mit einer gefahrvollen Situation, die der Held zu bestehen hat, verbunden ist.

Der Abenteuerroman weist zahlreiche Gemeinsamkeiten mit verwandten Romanformen, wie dem Jugendroman oder dem modernen Roman, auf.  Vor allem dient er der Unterhaltung, hat jedoch auch die Belehrung der Leser zum Zweck. In den Erzählungen gerät der Held in eine rasante Abfolge von oft erschreckenden Abenteuern und Irrfahrten, die er meistern muss, bevor er in der Regel in seine Heimat zurückkehrt. Dabei wird er zumeist von einer oder mehreren Personen begleitet.

Der Abenteuerroman zeichnet sich durch eine einfache und beschreibende Sprache. Die Handlung spielt häufig an fremden und exotischen Schauplätzen. Sie wird meistens aus Sicht des Helden erzählt, der gegen böse oder finstere Mächte kämpft und letztlich gewinnt. Auf diese Weise können sich die Leser*innen mit dem Helden identifizieren. Weibliche Heldinnen, die gefährliche Aufgaben meistern müssen, treten erst in modernen Abenteuerromanen auf.

Als berühmte Abenteuerromane gelten unter anderem „Don Quichote“ (1605-1615) von M. de Cervantes, H. J. C. von Grimmelshausens „Simplicius Simplicissimus“ (1669), „Der Graf von Monte Christo" von Alexandre Dumas (1844), Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864) und natürlich Daniel Dafoes „Robinson Crusoe“ (1719).