Idylle

Der Begriff „Idylle“ ist aus dem Griechischen (Bildchen, kleines Gedicht) abgeleitet und bezeichnet eine heterogene literarische Gattung.  Idyllen sind in der Antike kurze Texte in Versen oder Prosa, die das paradiesisch friedliche Leben einfacher Menschen schildern. Diese bukolischen Erzählungen berichten von dem harmonischen Leben, vor allem der Hirten, auf dem Lande.

Die ‚Idylle’ erlebt in der deutschsprachigen Literatur des 18. Jahrhunderts als kurze Vers- oder Prosaerzählung eine Blütezeit. Die kurzen poetischen Prosatexte schildern die Harmonie zwischen Menschen und Natur als Gegenbild zur zeitgenössischen Wirklichkeit und zeichnen eine stilisierte und idealisierte Welt von Glückseligkeit, Muße und Liebe.

Die Idyllen schildern Frieden, Freiheit, Glück und ein erfülltes ländliches Leben, wobei die Vorgänge der Natur öfter personifizierend beschrieben werden. Die Texte sind zumeist in Alltagssprache verfasst, sind sehr bildlich ausgestaltet und enthalten oft Sinneseindrücke und Empfindungen. Die Kreisform charakterisiert als Grundform das Genre und veranschaulicht einen in sich geschlossenen harmonischen Friedensraum, der kleineren Gesellschaften und humaneren Lebensformen vorbehalten ist.

Die Idylle ist eine der bevorzugten Gattungen der Literaturepochen der Empfindsamkeit und des Biedermeiers.