Epik

Der Begriff Epik ist vom griechischen Wort „Epos“ (Wort, Geschichte) abgeleitet. Homers Heldengeschichten „Ilias“ und „Odyssee“ sind zwei bedeutende Epen aus der Antike, deren Bezeichnung die Grundlage für die heutige Definition des Begriffs bildete. Seit dem 19. Jahrhundert bezeichnet Epik alle erzählenden Texte in Versen und Prosa.

Epik ist neben dem Drama und der Lyrik eine der drei grundlegenden literarischen Gattungen. Auch wenn diese drei Begriffe klar voneinander unterschieden werden können, so kann die narrative Dichtung durchaus manchmal lyrische oder dramatische Züge aufweisen. Zur Epik gehören zum Beispiel die Textformen Fabel, Märchen, Parabel, Novelle, Parodie, Anekdote, Witz, Satire, Roman, Sage, Annalen oder Kurzgeschichte.

Epische Texte haben einen Erzähler, der das Geschehen vermittelt. Der Erzähler, der nicht mit dem Autor verwechselt werden darf, kann an der Handlung teilnehmen oder außerhalb der geschilderten Welt stehen. Er kann als neutraler, personaler, auktorialer oder Ich-Erzähler in Erscheinung treten.

Anhand ihrer Länge werden narrative Texte in zwei Gruppen aufgeteilt. Groß- oder Langformen der Epik sind zum Beispiel das Epos und der Roman. Klein- oder Kurzformen sind zum Beispiel Novellen, Fabel, Märchen, Briefe, Anekdoten oder Kurzgeschichten. Zu den kürzesten epischen Formen gehören Witze, Rätsel und Sprichwörter.

Die Epik ist vielfältig und kann sehr viele verschiedene Ausprägungen annehmen. So kann ein Märchen oder eine Volksballade volkstümlich, eine Fabel oder Parabel belehrend oder die Satire und Parodie kritisch und spöttisch sein. Eine Erzählung kann sich sogar ganz gezielt an eine bestimmte Leserschaft wenden: So ist ein Jugendroman beispielsweise für eine ganz bestimmte Bevölkerungsgruppe konzipiert.