Dramatik

Die Bühnendichtung

Der Begriff des Dramas wird aus der griechischen Sprache abgeleitet und bedeutet in der Übersetzung „Handlung“. Neben der Epik und Lyrik ist die Dramatik eine der drei Literaturhauptgattungen. Die Epik stellt die erzählende Dichtung dar. Die Lyrik steht für Poesie und die Dramatik für die Bühnendichtung.

Traditionell wird die dramatische Handlung als Schauspiel vorgetragen, aber spezielle Dramen, die in erster Linie nur für das Lesen geschrieben worden sind, sind auch zu finden. Endlich existieren auch Dramen mit zwei verschieden Versionen: Sie erscheinen zum einen als Lesedrama und zum anderen als Drama fürs Theater.

Dramen sind typischerweise in Dialogform verfasst. Sie enthalten häufig kurze Regieanweisungen. Sie gliedern sich in Aufzüge oder Akte und diese wiederum in Szenen oder Auftritte. Im Allgemeinen enthalten Dramen zwischen einem Akt und fünf Akten. Manchmal haben sie auch ein Vor- und Nachspiel (Prolog und Epilog) oder zwischen den einzelnen Akten Zwischenspiele.

Komödie und Tragödie

Die beiden Hauptgattungen der Dramatik sind die Tragödie und die Komödie. Die Tragödie ist die Nachahmung edler Handlungen in gewählter Rede und die Komödie die Nachahmung von Alltäglichem und Lächerlichem, damit das ganze Geschehen heiter und komisch wirkt. Beim Happy End wird der typischerweise Held gerettet, die Liebenden fallen sich in die Arme.

Der Begriff „Lustspiel” wird zumeist synonym zur Komödie verwendet. Die Komödie hat sich auch im Laufe der Zeit zu einer Vielzahl verwandter Bühnenstücke entwickelt: Schwank, Farce Groteske, Sketch usw. Seit der Antike wird die Tragikomödie als zusätzliche Art aufgeführt: In ihr mischen sich tragische und komische Elemente.

Stationendramen und neue Theaterformen

Bis dem 18. Jahrhundert dominiert das klassische Trgödie. Im 19. Jahrhundert zeichnet sich das Stationendrama (z. B. Woyzeck) durch eine völlig offene Raum-, Zeit- und Handlungsstruktur aus. Die Zufälligkeit der Szenenfolge ist nur scheinbar gegeben, denn der Autor ist letztlich der Organisator des Geschehens.

Die sich mit der Zeit entwickelnden verschiedenen spezifischen Formen der Bühnenstücke (Commedia dell’arte, bürgerliches Trauerspiel, Revolutionsdrama, soziales Drama, lyrisches Drama, Parabeltheater, episches Theater, Dokumentartheater, absurdes Theater  usw.) drücken die Formenvielfalt und Wandlungsfähigkeit der Dramatik aus.

Unsere Dramen

Andorra (1961)

Antigone / Tragödie

Biedermann und die Brandstifter (1953)

Dantons Tod (1835)

Der Besuch der alten Dame (1956) / Tragikomödie

Der gute Mensch von Sezuan (1938/1940)

Der zerbrochne Krug (1808) / Lustspiel

Die Jungfrau von Orleans (1801)

Die Physiker (1962) / Komödie

Die Ratten (1911) / Tragikomödie

Die Räuber (1781)

Draußen vor der Tür (1947)

Emilia Galotti (1772) / Trauerspiel

Faust 1 (1808)

Faust 2 (1832) / Tragödie

Frühlings Erwachen (1891)

Iphigenie auf Tauris (1787)

Kabale und Liebe (1784) / Trauerspiel

König Ödipus (ca. 429-425 v. Chr.)

Leben des Galilei (1939/1943)

Leonce und Lena (1836) / Lustspiel Komödie

Maria Stuart (1800)

Nathan der Weise (1779)

Prinz Friedrich von Homburg (1809/1810)

Reigen (1903)

Vor Sonnenaufgang (1889)

Wilhelm Tell (1804)

Woyzeck (1836)