Medeas grausame Rache

Ehebruch als Auslöser von Medeas Rachegedanken

Entehrt und enttäuscht sowie verzweifelt über ihre Lage und ihren Betrug am eigenen Vater ist Medea in dem Moment, in dem sie von Iasons Ehebruch erfährt, emotional völlig am Boden zerstört. Ihre Amme erkennt ihren Seelenzustand und ist tief beunruhigt: „Ich fürchte um sie, daß sie etwas Unerwartetes plant. (S. 13). Sie weiß, dass, „schwerblütig“ (S. 13) wie Medea ist, sie nicht vor Mord und heftiger Rache zurückschrecken wird. 

Medea überschreitet aus psychologischer Sicht im 1. Epeisodion einen entscheidenden Punkt, der dazu führt, dass aus ihrer Eifersucht blinde Wut wird und der Wunsch entsteht, zu morden: Sie fürchtet nicht mehr den möglichen Verlust ihres Partners, denn sie weiß nach dem Gespräch mit Kreon, dass dieser Verlust unabwendbar ist. In diesem Moment verschwinden ihre Suizidgedanken und an die Stelle von überwältigendem Schmerz und heftigen Emotionen treten kühl berechnende Mordpläne, mit denen sie alle ihr verhassten Personen ins Verderben stürzen will. 

Das Einzige, was zu diesem Zeitpunkt noch ihrer Umsetzung im Weg steht, ist eine sichere Zuflucht nach ihrer Tat: „Bleib ich also noch kurze Zeit, und wenn uns ein sicherer Turm erscheint, werde ich mit List und Schweigen mich an diesen Mord machen.“ (S. 37). Nur im äuß...

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