Frauenbild

Die Wut der Barbarin

Euripides bezieht sich bei seiner negativen Darstellung der Frau (S. 39: „Zudem sind wir Frauen von Natur fürs Edle sehr unbegabt, aber in allem Bösen sehr geschickte Werkerinnen.“) ganz konkret auf Dichter, die in der frühen Antike Frauen herablassend besingen und damit ihre schlechte gesellschaftliche Stellung verstärken. Der Frauenhass (Misogynie) in der Antike findet sich beispielsweise im berüchtigten Weiberjambos von Semonides (7. Jhd. v. Chr.), der darin vorgebliche Frauentypen sehr negativ mit verschiedenen Tieren konnotiert. Der Chor und auch Medea argumentieren in diesem Sinne gegen die Verunglimpfung und Herabsetzung der Frau in der Gesellschaft. 

In Euripides´„Medea“ werden das Bild der Frau und deren gesellschaftliche Position in der antiken griechischen Gesellschaft aus verschiedenen Blickwinkeln heraus beleuchtet. Der kritische Blick, den der Autor in diesem Kontext auf die Männer wirft, ist ein für die damalige Zeit sehr moderner Ansatz.

Euripides verknüpft seine Bearbeitung des Medea-Mythos mit der Frage nach der Gleichberechtigung der Frauen. Diese Thematik stellt vor allem in modernen Bearbeitungen der Geschichte Themas einen zentralen Aspekt da...

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