Aufbau

Hypothesis

Viele antike Tragödien und Komödien beginnen mit einer Einleitung, die neben einer kurzen Inhaltsangabe Informationen zum Handlungsablauf und den wichtigsten Figuren sowie eine literaturhistorische Einordnung des Werkes liefert. Sie wird als Hypothesis bezeichnet. 

Für Euripides „Medea“ sind zwei Hypothesis überliefert. In der Reclam-Ausgabe ist die erste dieser beiden abgedruckt, deren Verfasser unbekannt ist. 

  • Der Verfasser nimmt eine kurze Zusammenfassung der Handlung und, wie auch die Amme im Prologos, der Vorgeschichte von Euripides´ „Medea“ vor.
  • Er erörtert zudem die verschiedenen Ausgestaltungen des Mythos bei anderen Autoren, wie Pherekydes, Simonides, Aischylos und Staphylos
  • Der Verfasser der Hypothesis vermutet, dass Euripides das Drama wohl auf der Grundlage der Ausgestaltung des zu seinen Lebzeiten wirkenden Dramatiker Neophron (5. Jhd. V. Chr.) weiterentwickelt hat, wie später auch Dikaiarchos und Aristoteles berichten.
  • Er urteilt negativ über Euripides´ Ausgestaltung dahin gehend, dass dieser dabei aber nicht Medeas Täuschung von Kreon und Iason in den Vordergrund rückt, „sondern ins Weinerliche verfallen sei, als sie [Medea] Iason und seiner Frau [Glauke] nachstellte“ (S. 7)
  • Positiv wird der lange und (damals nicht negativ gemeint) pathetische Prolog hervorgehoben

Prologos

Die Handlung von „Medea“ beginnt mit dem Prologos. In einem Monolog führt die Amme Medeas in die Handlung ein, berichtet über ihre Vorgeschichte und thematisiert die Kernelemente der Tragödie. Die Amme spricht nach ihrem Monolog mit dem Erzieher der Kinder Medeas: Sie berichtet von der großen Trauer ihrer Herrin, nachdem diese erfahren hat, dass sich ihr Ehemann mit der Tochter des Korinther Königs Glauke vermählen wird. Sie formuliert ihre Besorgnis darüber, dass Medea aus Wut unbedacht und grausam handeln wird. 

Folgende wichtige Elem...

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