Literaturepoche

Zwischen Moderne und Postmoderne

Merkmale der Moderne in „Homo faber“

Das Werk „Homo faber“ kann nicht eindeutig einem Genre zugeordnet werden, sondern es enthält sowohl Merkmale des modernen Romans als auch des postmodernen Romans. Die Merkmale des postmodernen Romans überwiegen jedoch.

Der moderne Roman entstand im 20. Jahrhundert. Die Werke dieser Literaturepoche beinhalten viele verschiedene Erzähltechniken und Stile. So ist „Homo faber“ zum Beispiel als „Bericht“ gekennzeichnet. Im 20. Jahrhundert wandten sich die Schriftsteller zunehmend von den Merkmalen der literarischen Werke früherer Epochen ab. In „Homo faber“ findet man Beispiele für diese Veränderungen.

Die Erzählform des auktorialen Erzählers wurde abgelöst von eingeschränkteren, nicht allwissenden Erzählperspektiven. Das ist bei „Homo faber“ eindeutig der Fall, denn der Ich-Erzähler Walter Faber, der auch die Hauptfigur verkörpert, berichtet nur das, was er selbst erlebt oder aus Erzählungen anderer Figuren erfahren hat. Was die anderen Figuren z. B. denken, kann er dem Leser nicht vermitteln.

In der Moderne verabschiedete man sich von dem Prinzip der Naturalisten und Realisten, die Realität möglichst exakt in der Kunst abzubilden. Die Autoren konzentrierten sich nun auf das Individuum: Ein persönlicher Ausschnitt der Realitätsauffassung wird abgebildet, die durch eine Figur oder durch einen bestimmten Blickwinkel geprägt ist - in diesem Falle durch den Blickwinkel Walter Fabers.

Des Weiteren ist es typisch für den modernen Roman, dass die Handlung nicht chronologisch erzählt wird. Stattdessen wird häufig mit Rückblenden und Vorausdeutungen gearbeitet. In „Homo faber“ sind sehr viele Zeitsprünge, meistens in die Vergangenheit, eingebaut.

Eine weitere typische Eigenschaft des modernen Romans besteht darin, dass der Held der Geschichte eigentlich ein Antiheld ist. Bei der Figur des Walter Faber handelt es sich um ein ganz besonderes Abbild menschlicher Fehler. Er bietet sehr wenig bis gar kein Identifikationspotenzial, weil er so sehr gegen seine eigenen menschlichen Emotionen ankämpft und stur daran festhält, dass seine Sichtweise die die einzig richtige ist. Es ist schwierig, für ihn Sympathie zu empfinden. Das ist bei anderen Antihelden aus der Literaturgeschichte anders, zum Beispiel bei der Figur Werther aus J. W. v. Goethes ...

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