Stilmittel

Es wurde bereits mit Blick auf den Satzbau erwähnt, dass unvollständige Sätze häufig in „Homo faber“ vorkommen, und dass in einigen längeren Sätzen Aufzählungen aneinandergereiht sind. Ein Beispiel für Ersteres war: „Dann das Wiedersehen mit Hanna.“ Die Stilfigur, die einen solchen Satz bezeichnet, dem Satzglieder fehlen, nennt man Ellipse. Ein weiteres Beispiel dafür ist der Ausruf: „Nie ein Flugzeug!“, (S. 43). Auch hier fehlt das Verb, wodurch es ein unvollständiger Satz ist.

Vor allem in der zweiten Station, aber auch schon im ersten Teil finden sich Angaben von Ort und Datum der Handlung, die vor dem Abschnitt stehen. Es heißt dann z. B. „9. – 13. VII. in Cuba“, (S. 172), woraufhin über die dortigen Erlebnisse Fabers berichtet wird. Durch diese Angaben entsteht eine Art von Telegrammstil, besonders in der zweiten Station des Romans.

Ein stilistisches Merkmal, das sich durch den Roman zieht, ist die Bildhaftigkeit, mit der Faber manche Dinge beschreibt. „Menschenfleisch mit Adern unter der Haut, die wie zerknittertes Seidenpapier aussieht, so mürbe und zugleich glänzend“ (S. 141) – so nahezu poetisch beschreibt Faber beispielsweise Hannas Hände, denen man das Alter ansieht. Die Bildhaftigkeit kommt auch dadurch zustande, dass sehr häufig Vergleiche angebracht werden. Faber setzt sehr oft das Wort „wie“ neben ein Substantiv, um dann das betreffende Objekt mithilfe eines anderen Bildes zu beschreiben. „Die Sonne wie in Watte, klebrig und heiß“ (S. 52) wird kurz darauf noch einmal beschrieben, in anderem Zustand: „… während die Sonne bereits in den grünen Tabak sank - wie gedunsen, im Dunst wie eine Blase voll Blut, widerlich, wie eine Niere oder so etwas”, (S. 53).

Auch Personen vergleicht Faber auf diese Art. Elisabeth etwa findet er, sieht in einer bestimmten Szene aus „wie ein Schulmädchen in der Straßenbahn, wenn es sich halten will“, (S. 89).

Diese Art des Vergleichs wird in der Beziehung zu Elisabeth zu einer Art Spiel, Walter und die junge Frau sehen Dinge und assoziieren sie mit anderen hintereinander weg. An diese Beschäftigung erinnert sich Faber auch, als er nach der Tragödie wieder in Zürich ist und weiterfliegt: „Die Gletscherspalten: grün wie Bierflaschenglas. Sabeth würde sagen: wie Smaragd! Wieder unser Spiel auf einundzwanzig Punkte! Die Felsen im späten Lichte: wie Gold. Ich finde: wie Bernstein …“, (S. 195).

Die Aufzählu...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen