Charakterisierung Die Schwarzen

Die Schwarzen tauchen bis zu ihrem Einmarsch in Andorra nur in der Rede der Andorraner auf. Dort werden sie als eine Bedrohung für den Staat Andorra beschrieben. Im ersten Bild werden sie als eine alttestamentarische Seuche charakterisiert, wenn der Soldat darauf hinweist, dass sie wie „graue Heuschrecken“ (S.22) über Andorra herfallen könnten. Dieser Vorstellung entsprechen die Schwarzen mit Ausnahme der Senora, als sie über das Land herfallen.

Die Schwarzen werden von Barblin als Antisemiten beschrieben, die jeden, „der Jud ist, auf der Stelle“ holen und die Braut eines jeden Juden würde von ihnen „geschoren […] wie ein räudiger Hund“ (S.12). Die ist eine Befürchtung, die sich bewahrheiten wird, denn am Ende ist Barblin, die der Soldat fälschlicherweise als „Judenhure“ (S.103) beschimpft, geschoren (S.127).

Bis auf die Senora werden alle Schwarzen durch stumme Rollen repräsentiert: Sowohl die schwarzen Soldaten als auch der Judenschauer sprechen nie. Sie machen während der Judenschau den Soldaten zu ihrem sprechenden Handlanger (S.133ff.). Das Schweigen jedoch lässt keinen Widerspruch zu, alle Versuche Barblins, des Lehrers oder der Mutter, gegen die Judenschau vorzugehen, bleiben wirkungslos.

Die Schwarzen treten als eine gewalttätige Macht auf, die Andorra einfach annektiert, den Andorranern aber verspricht, dass ihnen nichts geschehen werde (S.92; wiederholt von einem Vermummten S.112 und dem Soldaten S.114). Überdies bleiben die Schwarzen namenlos.

Der oberste Repräsentant der Schwarzen, der Judenschauer, tritt mit absoluter Autor...

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