Charakterisierung Die Andoranner

Andorra als Modell

Zuerst muss angemerkt werden, dass die Andorraner nichts mit dem realen Kleinstaat zu tun haben. „Andorra ist der Name für ein Modell“, so Frisch in der Vorbemerkung zu seinem Stück. „Andorra“ ist als Staatsnamen deswegen so geeignet, weil die Leser, selbst wenn sie an den echten Staat Andorra denken, damit vermutlich wenig anfangen können, weil sie ihn nicht kennen.

Frisch wollte dadurch vermeiden, dass der genannte Staat leicht als ein anderer realer europäischer Staat hätte identifiziert werden können. Denn dann wäre darüber diskutiert worden, ob die Zustände dort tatsächlich so sind und das hätte von der Botschaft des Romans von Max Frisch angelenkt. Damit wollte er auch eine mögliche Gleichsetzung Andorras mit der Schweiz verhindern. Allerdings gibt es augenfällige Gemeinsamkeiten zwischen der andorranischen und der deutsch-schweizerischen Gesellschaft, so zum Beispiel die positive Selbsteinschätzung und der Stolz auf die eigene Nation. Allerdings ist das auch auf andere Nationen übertragbar und sollte für die Lektüre daher keine Leitlinie sein.

Die Andorraner verkörpern keine individuellen Charaktere, sondern Typen. Sie werden in ihrem Rollenverhalten gezeigt und sind Repräsentanten verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Allen gemein ist das Denken voll von (antisemitischen) Vorurteilen. Sie sind im Gegensatz zu den Schwarzen nicht gewalttätig. Jedoch verfügt keiner der Andorraner über ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl. Das wird in den verschiedenen Zeugenaussagen deutlich, in denen bis auf den Pater niemand eine Mitschuld an Andris Tod eingestehen will und kann.

Selbstbild und Vorurteile

Das Selbstbild der Andorraner ist überaus...

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