Anspielungen auf die Bibel

Andorra wird vom Pater als „frommes Land” (S. 11) bezeichnet, und so verwundert es nicht, dass die Andorraner ihren Antisemitismus auch mit Klischees über Juden aus der Bibel unterfüttern. Der Tischler sagt, nachdem Andi sich bei ihm über dessen Ungerechtigkeit beschwert, dass hier „keine Klagemauer” (S. 35) sei, ein Verweis auf die freigelegte Westwand des Jerusalemer Tempelplatzes, der ein Ort des Gebets und der Klage für die Juden ist. Während seines Streites verweist der Soldat auf die Geschichte von David und Goliath (S. 73). In seinem Gleichnis ist Goliath das Kollektiv der Andorraner und David Andri. Auch der Steinwurf auf die Senora hat einen Bezug zur Bibel. Bevor die Senora in Andorra eintrifft, sagt der Wirt: „Ich wäre der erste, der einen Stein wirft”, (S. 69). In der Bibel bringen die Pharisäer eine Ehebrecherin zu Jesus. Dieser sagt zu den Pharisäern: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie”, (Johannes 8, 7). Der Vergleich ist klar: Die Andorraner sollen als selbstgerechte Pharisäer erscheinen.

Das dreimalige Vogelzwitschern während des Gesprächs zwischen dem Lehrer und Andri (S. 91 und S. 92) verweist auf Verrat du...

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