Max Frisch

Max Frisch war ein schweizerischer Schriftsteller, der viele Prosawerke, Hörspiele und einige Theaterstücke geschrieben hat. Das Theaterstück „Andorra“ (1961) und der Roman „Homo faber“ (1957) sind heute Standardwerke der deutschen Schullektüre. Weiterhin gehören zu seinen bekanntesten Werken: „Als der Krieg zu Ende war“, sein Durchbruchroman „Stiller“ aus dem Jahre 1954 und das Drama „Biedermann und die Brandstifter“.

Max Frisch wurde 1911 in Zürich geboren. Er hatte zwei Geschwister, eine Halbschwester und einen Bruder. Frisch lebte lange, und im Laufe seines Lebens auch wieder, in Zürich, aber er wohnte auch mehrere Male in anderen Ländern.

Frisch sah sich als Jugendlicher häufig Theateraufführungen an und ließ sich davon inspirieren. Mit 19 Jahren begann er ein Germanistikstudium, das er jedoch nach vier Jahren abbrach. 1931 wurde die erste Schrift von Frisch in der „Neuen Zürcher Zeitung“ veröffentlicht.

1932 starb Frischs Vater. Frisch unternahm in den Jahren darauf viele Reisen in europäische Länder und finanzierte sich diese, indem er Reisefeuilletons über seine Erlebnisse schrieb.

Sein erstes Buch, „Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt“, wurde im Jahre 1934 veröffentlicht. Im gleichen Jahr lernte Frisch die Studentin Käte Ruberson kennen, die als Jüdin nicht mehr im nationalsozialistischen Deutschland studieren durfte. Vier Jahre blieb er mit ihr zusammen und erlebte auf Reisen nach Deutschland selbst die Auswirkungen des NS-Regimes mit.

Frisch hat nicht nur geschrieben. Er war in jungen Jahren einmal auch als Sportreporter tätig, und er begann 1936 ein Studium der Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Damit studierte er den Beruf seines Vaters.

Im Zweiten Weltkrieg war Frisch als Artillerist tätig.

Erst im Alter von 30 Jahren zog Frisch von zu Hause aus. Ein Jahr später heiratete er seine erste Frau, Gertrud von Meyenburg. Aus der Ehe entstanden in den 1940er-Jahren drei Kinder, zwei Töchter und ein Sohn.

Nach dem Krieg bereiste Frisch weiterhin häufig verschiedene europäische Länder. Er schrieb Theaterstücke, die auch aufgeführt wurden.

Frisch bekam Anfang der 1950er-Jahre ein Stipendium von der Rockefeller-Stiftung und verbrachte über ein Jahr in den USA, die meiste Zeit davon in New York.

1954 trennte sich Frisch von seiner Frau und damit von seiner Familie. Er zog nach Männedorf am Zürichsee. Es folgten viele Beziehungen zu Frauen. Karin Pilliod ist die Tochter eines Frisch bekannten Ehepaares. Mit ihrer Mutter Madeleine hatte Frisch eine Affäre, doch dann war er eher an der Tochter interessiert. Sie hatte gerade die Matura (schweizerisches Abitur) gemacht. Karin sollte später einmal die Inspiration für die Figur Sabeth in „Homo faber“ sein. Es dauerte bis 1983, bis auch sie und Frisch zu einem Verhältnis zusammenfanden.

Es ist auffallend, dass viel Inhaltliches aus „Homo faber“ auf Erlebnissen aus Frischs echtem Leben basiert. Ein Jahr, bevor 1957 „Homo faber“ erschien, das teilweise in Mexiko und teilweise in Kuba spielt, bereiste Frisch selbst diese beiden Länder. Auch die Zürcher Eidgenössische Technische Hochschule, auf die Frisch gegangen ist, spielt eine Rolle in dem Roman. Und die Figur der Hanna ist eine Studentin jüdischer Abstammung, die in Deutschland der Judenverfolgung ausgesetzt ist und daher in der Schweiz lebt – genau wie Käte Ruberson, Frischs Studienfreundin.

Max Frisch kannte viele seiner Schriftstellerkollegen persönlich. Er kannte Bertolt Brecht und Günther Grass. Mit Friedrich Dürrenmatt verbrachte er einmal seinen Urlaub zusammen, und 1968 traf er Christa Wolff. Mit Ingeborg Bachmann lebte Frisch ab 1960 für zwei Jahre zusammen in Rom.

Frisch hatte eine Neigung dazu, mit sehr viel jüngeren Frauen Verhältnisse einzugehen. Marianna Oellers war eine junge Studentin, als Frisch sie kennenlernte. Er wohnte ab 1962 mit der damals 23-Jährigen zusammen und heiratete sie im Jahre 1968. Doch auch diese Ehe wurde geschieden, nach 11 Jahren.

Mitte bis Ende der 1960er-Jahre bereiste Frisch weitere Länder der Welt. Er besuchte die Sowjetunion und Japan und hielt in Israel die erste deutschsprachige Rede nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Politisch war Frisch bei der Sozialdemokratie angesiedelt. Er hielt in den 1970er-Jahren Reden auf Parteitagen oder schrieb Texte für Wahlprogramme, um sozialdemokratische Parteien in Deutschland und in der Schweiz zu unterstützen.

Ab 1972 lebte Frisch in Berlin. Er bereiste 1975 China auf Einladung des damaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt.

Zuletzt zog es den Schriftsteller jedoch wieder in die USA und dann zurück in die Schweiz. Ab 1980 lebte er zusammen mit seiner amerikanischen Bekannten Alice Locke-Carey in New York und Berzona.

Max Frisch war ein sehr erfolgreicher Schriftsteller, bereits zu Lebzeiten bekam er viele Preise. Sein Roman „Homo faber“ war ein Bestseller und erhielt im Jahre 1958 den „Pris Charles Veillon“. In den USA bekam Frischs Erzählung „Der Mensch erscheint im Holozän“ den Ehrentitel der besten Erzählung des Jahres 1980. Viele weitere Preise bekamen seine Werke. Max Frisch selbst bekam in den 1980er-Jahren sowohl einen Ehrendoktortitel von der Universität von New York als auch von der Technischen Universität Berlin. Und an der Zürcher Eidgenössischen Technischen Hochschule wurde das Max-Frisch-Archiv eröffnet.

Der Schriftsteller blieb zeit seines Lebens aktiv in der Öffentlichkeit. Noch 1989, zwei Jahre vor seinem Tod, hielt er im Basler Theater eine Rede und schrieb den Text „Schweiz ohne Armee? Ein Palaver“.

1991 starb Max Frisch in Zürich an einer Krebserkrankung.