Midlifecrisis

Die Krise der Lebensmitte

Zu Beginn des Romans Die dunkle Seite des Mondes bemerkt Evelyne bei ihrem Lebenspartner, dem Hauptprotagonisten des Romans Die dunkle Seite des Mondes, Urs Blank, einige Veränderungen in seinem Verhalten und berichtet ihrer Freundin Ruth Zopp davon: „Weißt du, was das Neuste ist? Urs brennt Räucherstäbchen. Am Abend riecht das ganze Haus wie ein Aschram. Und er: wie weggetreten“ (S. 26). Ruth vermutet schon eine Midlifecrisis (S. 27).

Auf Deutsch kann der englische Begriff am besten als Krise der Lebensmitte bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um eine Phase, die den Lebensabschnitt von ca. 40 Jahren bis zum Alter von Anfang 50 betrifft. Ein Anzeichen dieser Sinnkrise ist im Allgemeinen eine Unzufriedenheit mit dem bisher Erreichten. Die betroffene Person stellt sich die Frage, ob sie ihr Leben „richtig“ gelebt hat. Diese Sinnfrage kann Beruf, Sexualität, Religion, Partnerschaft, Lebensweise oder Familienleben betreffen.

Die Betroffenen leiden häufig an innerer Unsicherheit, Stimmungsschwankungen und/oder dem Auftreten einer eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit. Das Bewusstsein, dass die verbleibende Lebenszeit in der Regel kürzer ist als die schon gelebte, führt oft dazu, dass die Menschen, die eine Midlifecrisis erleben, Bilanz ziehen und ihr Leben kritisch betrachten.

Besonders Männer wollen oft noch einmal ganz von vorn anfangen, indem sie sich von ihrer Ehefrau trennen und eine neue Beziehung mit einer meist sehr viel jüngeren Frau eingehen. Dies vermittelt ihnen das trügerische Gefühl der Rückkehr der eigenen Jugend. Manche Menschen wechseln ihren Beruf, da sich ihre Werte und Ziele im Leben verändert haben. Andere verlassen ihr komplettes soziales Umfeld und wandern in ein fremdes Land aus.

Urs Blank in der Krise

Der Protagonist des Romans, Urs Blank, ist ein typischer Vertreter der Lebensmittekrise: Er ist 45 Jahre alt, „einer der brillantesten Wirtschaftsanwälte des Landes“ (S. 7), verdient mehr Geld, als er ausgeben kann, und lebt mit „Evelyne Vogt zusammen. Blank hat beruflich eine sehr erfolgreiche Karriere verwirklicht und auch sein Privatleben scheint bisher so verlaufen zu sein, wie er sich das vorstellte. Zwar hat er „eine zum Glück kinderlos gebliebene Ehe mit Anstand hinter sich gebracht“ (S. 7), lebt jetzt aber mit Evelyne zusammen, „einer unabhängigen Frau“ (ebd.).

Plötzlich jedoch verlieren für Blank seine Partnerschaft, sein Beruf und auch der finanzielle Wohlstand an Bedeutung. Blank leidet zunehmend unter Stimmungsschwankungen, die er nicht unter Kontrolle hat. Grundlos beleidigt er Evelynes Kunden und lässt seiner Wut über den Manager eines Textilunternehmens, Dr. Fluri, im Beisein seiner Kolle...

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