Halluzinogene Pilze

Halluzinogene Pilze enthalten die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin, welche zu den Tryptaminen (chemische Verbindung) gehören. Die Bestandteile der Pilze verursachen durch ihren Verzehr beim Menschen eine ähnlich bewusstseinserweiternde Wirkung, wie sie auch von der Droge LSD bekannt ist.  Der größte Teil der psilocybinhaltigen Pilze findet sich in der Gattung der Kahlköpfe, diese sind weltweit verbreitet. In Deutschland wächst der Spitzkegelige Kahlkopf zumeist auf natürlich gedüngten Weiden.

Die psychoaktiven Pilze haben eine lange Tradition und werden in vielen Kulturen vor allem zu religiösen Zwecke verwendet. In Lateinamerika wurden sogenannte „Pilzsteine“ entdeckt, die aus der Zeit 1000-500 v. Chr. stammen. Dabei handelt es sich um in Stein gehauene Darstellungen von Menschen und Tieren mit Pilzköpfen.

Die erste schriftliche Aufzeichnung des Gebrauchs halluzinogener Pilze stammt aus dem 16. Jahrhundert, ebenfalls aus Lateinamerika. Dort werden erstmals die Einnahme und Wirkung der Pilze beschrieben. Demzufolge aßen die Menschen bei gemeinsamen Feiern Pilze, tanzten zusammen und erzählten sich anschließend, was sie während der halluzinogenen Phase erlebt hatten.

Die Völker Mittel- und Südamerikas bezeichneten die Pilze als „Fleisch Gottes“ und waren davon überzeugt, dass Gott durch die Pilze zu ihnen sprechen würde. Daher gerieten ihre Rituale in Konflikt mit den christlichen Missionaren, welche die Pilze als etwas Teuflisches betrachteten. Den Missionaren zufolge durfte allein die Kirche Gottes Botschaft verkünden.

Psychische und physische Wirkung der Drogenpilze

Die Wirkung psychoaktiver Pilze auf die Psyche ist vergleichbar mit der Wirkungsweise von LSD, jedoch hält sie nicht so lange an. Im Durchschnitt dauert ein Psilocybin-Trip drei bis acht Stunden. Psychoaktive Pilze gehören zur Gruppe der Psychedelika (halluzinogen wirksame Substanzen).

Diese besitzen die Fähigkeit, die Wirkung des körpereigenen Neurotransmitters Serotonin zu imitieren und seine Rezeptoren zu aktivieren. Daher kommt es zu einem starken Anstieg der Impulsübermittlung im Gehirn. Weil die Flut an Informationen von außen nicht mehr ausreichend gefiltert und verarbeitet werden kann, geht dem Betroffenen während des Trips der Realitätssinn verloren.

Diese Reizüberflutung führt häufig zu optischen Halluzinationen und intensiven Farbwahrnehmungen. Andere Sinneswahrnehmungen, wie Gehör, Geruch oder der Tastsinn, werden ebenfalls intensiver und zum Teil auch stark verändert erlebt. Auch die eigene Person wird anders wahrgenommen, sodass Menschen unter dem Einfluss von Psylocibin glauben, lebensverändernde und oft als spirituell empfundene Erfahrungen zu machen.

Teilweise kommt es zu Synästhesien (Überlagerung der Sinne), wobei man zum Beispiel das Gefühl bekommt, Musik „sehen“ zu können. Außerdem wurden Stimmungsschwankungen beobachtet, bei denen extreme Glücksgefühle oder Lachdrang plötzlich in Angst und Schrecken umschlagen. Die Konsumenten verlieren ihr Zeit- und Raumgefühl und gewinnen den Eindruck, mit anderen Menschen oder ihrer Umwelt zu verschmelzen.

Neben den psychischen Veränderungen sind zahlreiche Körpersymptome bekannt, die unter dem Einfluss der Droge beobachtet wurden. Bei vielen Menschen kommt es zu einem erhöhten Herzschlag und erweiterten Pupillen. Sie erleben ein Gefühl der muskulären Entspannung, oft in Verbindung mit gesteigerter Energie. Manchmal tritt Appetitverlust oder Übelkeit auf.

Auch berichteten einige Personen von einem Kältegefühl, Schwindel oder Muskelschmerzen nach Einnahme der Pilze. Insgesamt sind die seelischen und körperlichen Auswirkungen der Droge auf den Menschen individuell sehr verschieden. Sie sind von der Menge der eingenommenen Pilze sowie der seelischen und körperlichen Verfassung des Konsumenten abhängig.

Urs‘ und Lucilles Pilztrip

Während des Trips zeigt Urs Blank einige der oben beschriebenen Symptome. Ihm wird übel und er nimmt Farben plötzlich sehr int...

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