Der historische Kontext 1789-1848

Die Französische Revolution und das Direktorat

Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 löst eine Flut von bedeutenden Ereignissen aus. Im Zuge der Französischen Revolution werden in Frankreich am 26. August 1789 die Menschenrechte erklärt und am 3. September 1791 die Verfassung verlesen. Diese Neuerungen werden in den darauffolgenden Jahren mit zeitlichen Unterschieden von allen europäischen Staaten als Vorbilder für die politische, ökonomische und juristische Modernisierung übernommen. Schließlich wird im September 1792 die konstitutionelle Monarchie abgeschafft und Frankreich zu einer Republik erklärt, und zwar mit einer direkten und absoluten Volksherrschaft, die jedoch niemals praktiziert wurde.

Mit der Hinrichtung Ludwig des XVI. am 21. Januar 1793 tritt die Französische Revolution in eine Phase des Terrors ein. Ein Jahr dauert die Schreckensherrschaft der Jakobiner und Sansculotten, die zahlreiche Hinrichtungen, politische Unruhen, Aufstände, militärische Niederlagen und schließlich die Zersplitterung der Revolutionäre selbst zur Folge hat und mit der Entmachtung der Jakobiner, der Aufhebung des Revolutionstribunals und der Einsetzung der Direktoratsverfassung endet.

Das Direktorat besteht von 1795 bis 1799. Dies ist eine Zeit, in der der Einfluss Napoleons aufgrund seiner militärischen Erfolge stetig wächst und im Staatsstreich vom 9. November 1799 gipfelt. Napoleon setzt der Herrschaft des Direktorats ein Ende und ruft eine Konsulatsverfassung ins Leben, die ihm als dem ersten Konsul eine unbeschränkte Macht einräumt. Damit gehen zwar wichtige Errungenschaften der Revolution wieder verloren, die bürgerlichen Rechte sowie die Modernisierung von Wirtschaft, Verwaltung und Schulwesen sind jedoch gesichert. Die Grundlage der Modernisierung bildet das Code Civil oder Code Napoleon aus dem Jahre 1804, welches zum Vorbild für die späteren Gesetzbücher wird.

Napoleons Einmarsch in Deutschland

Napoleon wird zunächst auf die Dauer von zehn Jahren und anschließend auf Lebenszeit zum ersten Konsul gewählt. Schließlich lässt er sich 1804 zum französischen Kaiser krönen. Die Ereignisse in Frankreich üben bereits seit dem ersten Koalitionskrieg Druck zu einer bürgerlichen Reformpolitik auf die altständisch strukturierten Staaten Mitteleuropas aus. Die Koalition von Österreich und Preußen erklärt dem revolutionären Frankreich bereits 1792 den Krieg.

Der Vormarsch der Koalitionstruppen wird am 20. September 1792 in der Kanonade von Valmy zurückgeschlagen. Die französischen Truppen nehmen daraufhin die Stadt Mainz ein und begründen damit die erste revolutionäre Republik auf dem deutschen Boden. Mainz wird 1793 zurückerobert, der Koalitionskrieg endet erst 1797 mit dem Frieden von Campo Fornio.

Preußen verlässt die Koalition jedoch bereits 1795, indem es linksrheinische Gebiete an Frankreich abtritt und rechtsrheinische zurückerhält. Die auf diese Weise aufgeschobene Konfrontation mit Frankreich ermöglicht die Ausbildung des Klassizismus in Weimar und der Frühromantik in Jena.

Auflösung des Deutschen Reichs und die preußische Niederlage

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen ist zu diesem Zeitpunkt in 300 Kleinstaaten zersplittert. Dieser Zustand hat kriegerische Auseinandersetzungen in fünf Koalitionskriegen, ständig wechselnde territoriale Verhältnisse und unübersichtliche Machtstrukturen zur Folge. Im Zuge der französischen Expansionspolitik wird das Deutsche Reich aufgelöst und...

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