Entwicklung der Lyrik der Romantik

Die Epoche der Romantik wird in die Zeit um 1795 – 1830 verortet. Die lange Dauer der Bewegung geht mit einer großen Vielfalt der Motive und ihrer Widersprüchlichkeit einher. Man unterscheidet drei Perioden der Romantik: Die Frühromantik (1795-1805), die Hochromantik (1806-1815) und die Spätromantik (1815-1845).

Frühromantik (1795-1805)

Die Frühromantik steht ganz im Zeichen der Französischen Revolution. In Anlehnung an die Epoche der Aufklärung, die ständeübergreifende Kommunikationsformen, wie Geheim- oder Lesegesellschaften oder politisch-literarische Klubs in privaten Räumen, förderte, sind auch die Romantiker um Austauschmöglichkeiten in geschlossenen Kreisen bemüht. Bei der Organisation ihrer Geselligkeit setzt die Frühromantik jedoch neue Akzente. Der Schwerpunkt ihrer Themen liegt im ästhetisch-literarischen Bereich: Die Politik als Zielsetzung der aufklärerischen Geheimgesellschaften spielt nur am Rand eine Rolle.

Außerdem lassen die romantischen Gesellschaften auch Frauen und Juden in ihren Kreisen zu, mehr noch, diese spielen eine durchaus bedeutende Rolle. Viele jüdische Frauen führen die Berliner Salons, in denen sich das gesellige Beisammensein der Frühromantiker abspielte, so zum Beispiel Rahel Levin und Henriette Herz.

Neben den Salons spielt auch der Jenaer Kreis der Frühromantiker, der seinen Ausgangspunkt in der Freundschaft zwischen Friedrich Schlegel und Novalis hatte, eine bedeutende Rolle. Unter anderen bedeutenden Vertretern der Romantik gehören auch August Wilhelm Schlegel, Ludwig Tieck und der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling diesem Kreis an. Die Partizipation der intellektuellen Frauen, deren Lebensläufe häufig durch skandalöse Affären, Scheidungen und Gesetzeskonflikte gekennzeichnet sind, an solchen Gesellschaften verleiht dieser Periode einen libertären Charakter.

Die Literatur der Frühromantiker, welche mit den Arbeiten des kaum zwanzigjährigen Tiecks einsetzt, ist vielfältig. Während sich bei Novalis und Schlegel eine Prägung durch die philosophischen Theorien der Aufklärung und des frühen deutschen Idealismus erkennen lässt, entwickeln Tieck, Brentano, Arnim und später Hoffmann und Eichendorff ihre Werke unabhängig und im Gegenzug zu den Vernunftvorschriften der idealistischen Philosophie.

Der Blick der Dichter schweift auf die Schattenseite des rationalen Diskurses, auf Ängste, Wahnsinn, Unnatürliches und Erschreckendes, obschon sich ihre Themen mit den Postulaten der Natur- und Geschichtsphilosophie überschneiden. Die Phase der Frühromantik und damit die Entwicklung der neuen, romantischen Literatur enden um 1801 mit dem Auseinanderbrechen des Jenaer Kreises.

Die Hochromantik (1806-1815)

Die Hochromantik oder Mittlere Romantik hat ihre Zentren in Heidelberg und Berlin. Diese Phase ist von den Befreiungskriegen und dem wachsenden deutschen Nationalismus gekennzeichnet. Die wichtigsten literarischen Errungenschaften des He...

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