Frühlingsglaube

Einleitung, Aufbau, Metrik und Reimschema

Das Gedicht "Frühlingsglaube" schreibt Johann Ludwig Uhland im Jahr 1812. In dieser Zeit bereitet sich der Dichter neben seiner poetischen Beschäftigung auf seine berufliche Laufbahn vor. Er erhält den Antrag für eine unbesoldete Stelle als zweiter Sekretär beim Justizministerium in Stuttgart, wohin er am 6. Dezember 1812 auch umzieht. Das Gedicht wird 1813 veröffentlicht und findet 1815 seinen Eingang in die Abteilung Frühlingslieder der Gedichtsammlung Uhlands, welche von Cotta herausgegeben wird.

Das Gedicht besteht aus zwei Strophen zu je sechs Verszeilen. Die zwei Strophen weisen einen ähnlichen Aufbau auf. In den ersten vier Versen beider Strophen beschreibt der Sprecher die Veränderungen der Umwelt. Die beiden letzten Verszeilen sind beinahe wortgleich gestaltet und handeln von den peinvollen Gefühlen des Lyrischen Ichs und seiner Hoffnung auf  persönliche Veränderung.

Das Gedicht ist in einem vierhebigen Jambus verfasst, der lediglich in den Verszeilen zwei, drei, sieben und neun eine Abweichung erfährt. Die Kadenzen variieren: Auf zwei männliche, stumpfe Endungen folgt eine weibliche, klingende Kadenz. Das Reimschema des Gedichts ist aabccb ddbeeb. Jede Strophe besteht folglich aus einem Paarreim und einem umarmenden Reim, die ausschließlich aus reinen Reimen bestehen.

1. Strophe

In der ersten Strophe beschreibt das Lyrische Ich den Aufbruch der Natur in der Frühlingszeit. In der ersten Verszeile verkündet es das Erwachen der "linden Lüfte". Die warme Luft und der laue Wind, welche für diese Jahreszeit charakteristisch sind, werden durch diese Alliteration[1] betont. In der zweiten Verszeile findet sich eine erneute Alliteration, die sich auf diesen Aspekt des Frühlings bezieht: "Sie säuseln". Die gewählte Formulierung erweckt darüber hinaus das Bild der summenden und säuselnden Bienen. Mit dem Verb "weben" werden die Lüfte personifiziert.

Der Sprecher referiert indirekt auf die Redensart „in der Luft liegen" und geht davon aus, dass die milden Lüfte, die er spürt, den Frühling einleiten. Sie weben und erschaffen folglich das grüne Laub, die Blumen und Blüten und noch vieles mehr. Die Antonymie[2] zwischen Tag und Nacht macht auf den Umfang der Arbeit sowie das emsige Arbeiten der Lüfte aufmerksam. Die Winde brechen nicht ab  und erreichen sowohl am Tag als auch in der Nacht neue Fortschritte. Die dritte Verszeile ist parallel zu der zweiten aufgebaut und beginnt mit dem gleichen Personalpronomen, der Anapher[3] "Sie". Die Assonanz[4] "schaffen an allen Enden" unterstreicht ebenso den Fleiß der Lüfte und die Vielzahl der Veränderungen, die im Laufe des Frühlings in der Natur stattfinden.

Die vierte Verszeile bildet einen neuen Satz. Dieser Ausruf stellt einen Parallelismus[5] dar: "O frischer Duft, o neuer Klang!". Hier beschreibt der Sprecher erneut seine positiven sinnlichen Eindrüc...

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