Die Rache

Einleitung, Aufbau, Metrik und Reimschema

Die Ballade „Die Rache“ verfasst Johann Ludwig Uhland im Jahr 1810, und zwar vor dem Abschluss seines Studiums der Rechtswissenschaft in Tübingen. Er ist damals Mitglied eines poetischen Kreises, in dem er sich gemeinsam mit Justinus Kerner und Karl Mayer für den modernen Ansatz der Romantik einsetzt. In dieser Zeit, bis zum Abschluss und der Parisreise des Dichters im Mai des Jahres, schreibt er einen beträchtlichen Teil seiner Lyrik, welcher nicht nur die Erstversuche, sondern auch seine bekanntesten und besten Texte enthält.

„Die Rache“ ist eine typische Ballade, da es Elemente der Lyrik, Epik und Dramatik in sich vereint. In sechs Strophen erzählt Uhland die Geschichte eines Knechts, der gern ein Ritter wäre und aus diesem Grund den Mord an einem Herrn in Kauf nimmt. Die epische Erzählung enthält die dramatische Zuspitzung der Spannung. Ihre gebundene Form verleiht ihr eine lyrische Komponente.

Die Ballade besteht aus sechs Strophen zu je zwei Versen. Ein festes Metrum ist nicht gegeben, doch prägen die ausschließlich männlichen Kadenzen, die eine kurze Pause am Ende eines jeden Verses verursachen, den Klang des Textes. Das Reimschema der Ballade ist aa bb cc dd ee ff. Es besteht folglich aus sechs Paarreimen, die mit der Ausnahme der rührenden Reime „a“ und „b“ überwiegend reich sind.

1. Strophe

Die beiden ersten Verse der ersten Strophe weisen einen parallelen Aufbau auf, der durch die Inversion die Handlungen der Hauptperson in den Vordergrund rückt. Der Parallelismus tritt besonders durch die Anapher[1] „Der Knecht“ in den Vordergrund. Eine gesteigerte Einprägsamkeit erreichen die Verse durch die Assonanz[2] „den edlen Herrn“, welche mit der Begründung der Tat in der zweiten Verszeile „Ritter gern“ korrespondiert. Die beiden ersten Verse verraten dem Rezipienten folglich, dass ein Knecht, welcher selbst gern ein Ritter wäre, einen oder vielleicht sogar seinen Herrn erstochen hat.

2. Strophe

In der zweiten Strophe geht die Erzählinstanz weiter auf die Tat des Knechts ein. Die Wiederholung des Verbs „erstochen“ schafft eine Verbindung zu der ersten Strophe und erhöht darüber hinaus die Ein...

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