Renaissance

Die europäische Renaissance (ca. 1400–1600) bezeichnet die europäische Kulturepoche, die den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit markiert. Wörtlich übersetzt, bedeutet der Begriff Renaissance „Wiedergeburt“. Die norditalienischen reichen Stadtstaaten Mailand, Florenz und Venedig sind für diese Periode maßgebend. Von Italien aus verbreitete sich die Renaissance in ganz Europa.

Gelehrte und Künstler besinnen sich auf die Werte der römischen und griechischen Antike zurück und versuchen, diese in die neuzeitliche Gegenwart zu übertragen. Die Auseinandersetzung mit dem klassischen Gedankengut aus der Antike führt zur Erneuerung der gesellschaftlichen Werte und zur zunehmenden Individualisierung.

Die Anhänger der Renaissance befürworten nicht länger ein auf das Jenseits ausgerichtetes theozentrisches Weltbild, sondern einen im Diesseits begründeten Humanismus: Durch Bildung und Erziehung soll den Menschen die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit gewährleistet werden. Der Mensch rückt in den Mittelpunkt von Kunst, Kultur und Wissenschaft: Er ist „das Maß aller Dinge“ (Protagoras - etwa 485–415 v. Chr.). Es werden zahlreiche Universitäts- und Schulgründungen vorgenommen.

In dieser Periode wird die Rolle der Kirche entscheidend geschwächt. Das selbstbewusste und erfolgreiche Bürgertum gewinnt an Bedeutung. Neue bahnbrechende Entdeckungen und Erfindungen prägen die Renaissance, wie die Entdeckung Amerikas (1492) oder Gutenbergs Buchdrucktechnik, die es ab 1450 ermöglicht, Publikationen oder Flugschriften in hoher Stückzahl preiswert zu vervielfältigen.

Die Renaissance betrifft vor allem eine sehr gebildete Elite, die aus einem Kreis von bedeutsamen Machthabern, Wissenschaftlern und Künstlern bestehen. Der beschränkte Gelehrtenkreis, der diese literarische Periode in Deutschland kennzeichnet, besteht aus Autoren, wie Erasmus von Rotterdam, Ulrich von Hütten und Hans Sachs.

Besonders der Meistersang, das Volksbuch, die Schwankdichtung und das Fastnachtsspiel sind damals beliebt. Martin Luther legt mit seiner Bibelübersetzung nach dem griechischen und hebräischen Urtext (1522–34) die Basis für die Herausbildung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache. In England gilt William Shakespeare als einer der Hauptvertreter des englischen Renaissance-Dramas.

Merkmale

  • Aus Italien stammende elitäre europäische Bewegung
  • Schwächung der Rolle der Kirche
  • Einfluss der Antike
  • Neue Entdeckungen
  • Humanismus und Individualismus

Wichtige Werke

Romeo und Julia (1597)
Hamlet (1601)
Macbeth (1607)