Neuromantik

Die Neuromantik bezeichnet eine literarische Strömung der Moderne am Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Irrationalismus, Individualismus und Ästhetizismus verkörpern die Grundprinzipien der Bewegung, die sich als Gegenströmung zum Naturalismus charakterisiert.

Die Darstellung der Themen der Romantik steht im Mittelpunkt der Werke. Das Wunderbare, das Mystische und das Geheimnisvolle repräsentieren wichtige Elemente der Dichtung. Als Rahmen der Handlung wird häufig ein exotischer und historischer Hintergrund gewählt. Mythen, Märchen oder Träume werden in einer Welt der Fantasie in den neuromantischen Texten aufgegriffen.

Der Begriff ist aber nicht leicht abzugrenzen, weil die Neuromantik durch die anderen Bewegungen der Moderne - Jugendstil, Impressionismus, Dekadenz, Impressionismus und Symbolismus - nachhaltig beeinflusst worden ist. Deshalb ist die Strömung sehr heterogen. Die Neuromantiker priorisieren die Gefühle und drücken sich mit verfeinerter Sprache und edlem Wortschatz in formvollendeten Werken aus, vor allem in Form von Lyrik. Die Traumerfahrungen, die irrationale Welt und das Innenleben des Menschen sind die beliebten Motive der Neuromantiker.

Bedeutende Vertreter der Neuromantik sind unter anderen der junge Hugo von Hofmannsthal, Stefan George, Gerhart Hauptmann, Rainer Maria Rilke, Felix Dörmann, Stefan Zweig und Hermann Hesse.

Bezeichnung

Neuromantik (Hauptphase) 1890 - 1920

Wichtige Werke

Der Steppenwolf (1927)

Merkmale

  1. Exotische und historische Kulissen
  2. Inspiration durch die Romantik
  3. Darstellung des Schönen
  4. Gefühle und irrationale Welt
  5. Gegenströmung zum Naturalismus
  6. Themen: Mythen, Märchen und Träume