Neuromantik

Die Neuromantik bzw. Neoromantik bezeichnet eine literarische Strömung der Moderne am Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Irrationalismus, Individualismus und Ästhetizismus verkörpern die Grundprinzipien der Bewegung, die sich als Gegenströmung zum Naturalismus charakterisiert. Eine besondere Inspirationsquelle für die Neoromantiker sind die Werke des Komponisten Richard Wagner.

Die Darstellung der Themen der Romantik steht im Mittelpunkt der Werke. Das Wunderbare, das Mystische und das Geheimnisvolle repräsentieren wichtige Elemente der Dichtung. Als Rahmen der Handlung wird häufig ein exotischer und historischer Hintergrund gewählt. Mythen, Märchen oder Träume werden in einer Welt der Fantasie in den neuromantischen Texten aufgegriffen.

Der Begriff ist aber nicht leicht abzugrenzen, weil die Neuromantik durch die anderen Bewegungen der Moderne – Jugendstil, Impressionismus, Dekadenz, Impressionismus und Symbolismus – nachhaltig beeinflusst worden ist. Deshalb ist die Strömung sehr heterogen. Die Neuromantiker priorisieren die Gefühle und drücken sich mit verfeinerter Sprache und edlem Wortschatz in formvollendeten Werken aus, vor allem in Form von Lyrik. Traumerfahrungen, die irrationale Welt und das Innenleben des Menschen sind beliebte Motive der Neuromantiker.

Bedeutende Vertreter der Neuromantik (Hauptphase 1890–1920) sind unter anderen der junge Hugo von Hofmannsthal, Stefan George, Gerhart Hauptmann, Rainer Maria Rilke, Felix Dörmann, Stefan Zweig und Hermann Hesse.

Merkmale

  • Exotische und historische Kulissen
  • Inspiration durch die Romantik
  • Darstellung des Schönen
  • Gefühle und irrationale Welt
  • Gegenströmung zum Naturalismus
  • Themen: Mythen, Märchen und Träume

Wichtige Werke

Die versunkene Glocke (1896)

Der Steppenwolf (1927)

Siddhartha (1920)