Impressionismus

Der Begriff „Impressionismus“ stammt vom lateinischen Wort "impressio" ab und bedeutet übersetzt Eindruck. Der Impressionismus entwickelt sich am Ende des 19. Jahrhunderts und lehnt das Gesetz der objektiven Darstellung der Wirklichkeit, das im Naturalismus gilt, ab. Die Impressionisten versuchen, ihre augenblicklichen, unverwechselbaren, einmaligen und flüchtigen Empfindungen zu beschreiben. Der Impressionismus verschreibt sich der genauen und intensiven Wiedergabe der sinnlichen Eindrücke der Autoren aus persönlicher, subjektiver Sicht. 

 

Die impressionistischen Werke setzen sich nicht mit politischen Themen auseinander. Soziale und gesellschaftliche Fragestellungen finden keinen Platz in der Darstellung, die sich oft der Wirklichkeit entzieht und die subjektive Realität bevorzugt. Die Handlung tritt in den Hintergrund. Der Fokus richtet sich auf die Stimmung der Umgebung, oft auf die Natur, wobei Licht und Farben eine große Rolle spielen. Motive der Großstadt, des Alltags oder der Verkehrsmittel sind aufgrund der Geräusche, der Gerüche, der optischen Eindrücke und der subjektiven Gefühle, die dadurch ausgelöst werden, ebenfalls beliebt.

 

Um die knappen und flüchtigen Eindrücke wiederzugeben, wählen die Impressionisten insbesondere knappe literarische Formen: Gedichte, Einakter oder kurze Prosa, wie Skizzen oder Novellen. Die impressionistischen Werke sind durch eine ausgeprägte Bildlichkeit der Darstellung gekennzeichnet. Die Sprache enthält häufig lautmalerische Worte (Onomatopoesien[1]), sprachliche Bilder (Synästhesien[2]), Metaphern und auch Wortzusammensetzungen. Zahlreiche Adjektive werden verwendet. Durch Veränderung des Sprachrhythmus werden unterschiedliche Stimmungen erzeugt. Der innere Monolog und die erlebte Rede sind typische Erzählformen der Stilrichtung. 

Die Literatur zu Anfang des 20. Jahrhunderts enthält nicht viele reine impressionistische Werke, sondern zahlreiche Schriften, die impressionistische Züge tragen. Bedeutende deutschsprachige Vertreter des Impressionismus sind Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke oder Arthur Schnitzler.

 

 

Bezeichnung

Impressionismus (Hauptphase) 1890 - 1910  

Wichtige Werke

Lieutenant Gustl (1900)

Merkmale

  • Schilderung der Stimmungen und subjektiven Eindrücke
     
  • Licht, Gerüche, Geräusche, Farben
     
  • Motive: Natur, Großstadt, Alltag
     
  • Apolitisch, kurze Form der Erzählung
 

[1] Lautmalerei, sprachliche Nachahmung von Lauten und Geräuschen

[2] Sprachliche Verschmelzung verschiedener sinnlicher Eindrücke