Dadaismus

Bei dem Dadaismus handelt es sich um eine avantgardistische Literatur- und Kunstströmung der Moderne, die sich 1916 in Zürich entwickelt und die zwischen 1916 und 1922 blüht. Sie breitet sich innerhalb kurzer Zeit in Deutschland und ganz Europa aus.

Die jungen Intellektuellen protestieren mit ihren Werken und Aktionen gegen die Sinnlosigkeit des Ersten Weltkriegs, gegen die etablierte Kunst und gegen die zeitgenössischen moralischen Werte des Bürgertums. Sie versammeln sich in Gruppen und arrangieren Happenings und Ausstellungen oder gründen Dada-Zeitschriften. Sie suchen in der Kunst nach neuen Ausdrucksformen und widersetzen sich den Konventionen. Sie verzichten auf jede Logik und wollen zu der menschlichen Naivität zurückkehren. Ihre Kunstwerke sollen willkürlich und zufällig als Anti-Kunst entstehen.

Die Ziele der Bewegung sind schwer definierbar. Kein gemeinsames Programm vereint die Künstler: Die dadaistischen Manifeste sind absichtlich widersprüchlich und verwirrend. Der Dadaismus revolutioniert durch seine grotesken, provokativen und schockierenden Formen die festgeschriebenen Ideale und Normen.

Die Kunstwerke der Dadaisten bestehen zum Beispiel aus Fotomontagen, Collagen aus Fotos, Zeitungsausschnitten, verschiedenen Alltagsgegenständen oder zufälligen Fundstücken. In der Literatur bevorzugen die Autoren Kleinformen, wie Gedichte und Kurzprosa. Die Dichter experimentieren mit unterschiedlichen Gedichtformen, wie der Montagepoesie, der visuellen Poesie oder der dadaistischen Lautpoesie. In den „Lautgedichten” werden dabei lediglich Silben und keine ganzen Wörter verwendet, um eine rhythmische Klangstruktur zu erzeugen.

Der Dadaismus entwickelt sich in Frankreich später zum Surrealismus weiter. Die Vertreter der Popart benutzen auch den Dadaismus als Inspirationsquelle. Wichtige Vertreter des Dadaismus waren Max Ernst Tristan Tzara, Hans Arp, Hugo Ball, Marcel Duchamp, Richard Huelsenbeck und Kurt Schwitters.

Bezeichnung

Dadaismus 1916 - 1922

Wichtige Werke

Karawane (1916)

An Anna Blume (1919)

Merkmale

  • Protest gegen den Militarismus, die bestehenden Künste und Werte
  • Europäische Bewegung
  • Keine Einheit
  • Provokation, Absurdität, Groteske
  • Naivität, Zufälligkeit
  • Anti-Kunst