Winternacht

Einleitung, Aufbau, Metrik und Reimschema

Das Gedicht „Winternacht“ von Joseph Carl Benedikt Freiherr von Eichendorff wird im Jahr 1839 geschrieben und erscheint 1864 im ersten Band der gesammelten Werke des Dichters, herausgegeben von dem Verlag Voigt und Günther in Leipzig. Das Gedicht beschreibt eine triste winterliche Naturlandschaft mit einem hoffungsvollen Ausblick auf den Frühling. Die Zeilen greifen typische Motive der Romantik, wie Nacht, Traum, Natur, Sinnlichkeit und Gefühl, auf und machen das Gedicht somit zu einem typischen Vertreter der romantischen Lyrik.

Das Gedicht besteht aus drei Strophen zu je vier Verszeilen. Das Reimschema des Gedichts ist abab cdcd efef. Es handelt sich folglich um drei abgeschlossene Kreuzreime. Die Reime a und e sind dabei rührend; die Reime b,c,d reich und der Reim f identisch. Die Geschlossenheit der äußeren Form der einzelnen Strophen, welche durch den in jeder Strophe abgeschlossenen Kreuzreim entsteht, wird dadurch verstärkt, dass jede Strophe einen eigenen Satz bildet, welcher aus einer Aneinanderreihung von Teilsätzen resultiert.

Die Kadenzen variieren dem Reim entsprechend, so enden die Verse mit den Reimen a,c,e mit einer männlichen stumpfen Kadenz; die Verse mit den Reimen b, d, f dagegen mit einer klingenden weiblichen Kadenz. Das Metrum ist ein Jambus, welcher in den Versen mit einer männlichen Kadenz vier und in den Versen mit der weiblichen Kadenz drei Hebungen aufweist. Der Titel „Winternacht“ kennzeichnet die Atmosphäre und die Stimmung des Gedichtes.

Erste Strophe

Der Leser hat bereits in der ersten Verszeile eine dunkle nächtliche Winterlandschaft mit Mondschein vor Augen, obwohl in der gesamten ersten Strophe weder die Nacht noch der Mond überhaupt erwähnt werden.

In der ersten Verszeile der ersten Strophe schildert das Lyrische Ich, was es in seiner winterkargen Umgebung wahrnimmt. „Die ganze Welt“ scheint für es unter einer Schneedecke verborgen zu sein, diese Äußerung erweckt die Vorstellung, dass der Sprecher auf eine weiträumige und weitreichende Landschaft blicken kann, welche, unter der weißen Schneedecke verborgen, im Mondlicht schimmert.

In der zweiten Verszeile bringt sich der Sprecher durch das Personalpronomen „ich“ zur Geltung und lässt den Leser sein Inneres erblicken. Das Lyrische Ich hat nichts, was ihm Freude bereitet. Diese Offenbarung erweckt bei dem Rezipienten das Bildnis eines einsamen Menschen, der allein in die Weiten der winterlichen Landschaft schaut. Auffällig ist die dem Inhalt der Zei...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen