Meeresstille

Einleitung, Aufbau, Reimschema und Metrik

Das Gedicht „Meeresstille“ verfasste Joseph Carl Benedikt Freiherr von Eichendorff in den Jahren 1835/36. Veröffentlicht wurden die Verse bereits ein Jahr später, also im Jahr 1837, in seiner ersten Gedichtbandsammlung, die aus vier Bänden bestand und dem König von Preußen der Jahre 1840-1861, Friedrich Wilhelm IV., gewidmet wurde. Das Gedicht thematisiert eine in den Tiefen des Meeres verborgene Welt und greift so für die Romantik typische Motive, wie Mystik, Natur, Sehnsucht und Harmonie, auf.

Die beiden Strophen des Gedichts bestehen aus je 8 Verszeilen. Das Reimschema ist ababcdcd efefghgh. Jede Strophe wird folglich aus zwei Kreuzreimen gebildet, welche überwiegend aus reichen Reimen bestehen. Lediglich der Reim c ist unrein. Das Metrum des Gedichts ist unregelmäßig, die Zeilen weisen jedoch gleichmäßig drei Hebungen auf. Die Kadenzen variieren. Auf eine weibliche, klingende Kadenz folgt stets eine männliche, stumpfe.

Erste Strophe

Die ersten beiden Verszeilen der ersten Strophe sind durch ein Enjambement miteinander verbunden. Das Lyrische Ich tritt gleich in dem ersten Wort der ersten Verszeile durch das entsprechende Personalpronomen in Erscheinung. Der Leser erfährt, dass sich der Sprecher auf einem Schiff befindet, von dessen Rand aus er in die Meerestiefe blickt.

Die langen Vokale des Adjektivs „tief“ und des Nomens „Flut“ vermitteln den Eindruck eines ruhigen Gewässers und einer auf den Ohren liegenden Tiefe, welche die Umwelt verstummen und wie in Zeitlupe erscheinen lässt. Durch einen Doppelpunkt wird schließlich angedeutet, dass sich der Erzähler nun dem zuwendet, was er sehen kann – der geheimnisvollen Unterwasserwelt.

Das Lyrische Ich kann Gebirge erkennen und grüne Landschaften. Womöglich sind damit von Moos bedeckte Felsen und Flächen gemeint, womöglich erschafft der Sprecher hier aber auch eine alternative Welt und lässt in einer Zeit, in der die Meere noch unerforscht waren und somit ein tiefes Geheimnis verkörperten, seiner Fantasie freien Lauf.

Die nachfolgenden Verszeilen vier und fünf sind durch die Anapher[1] „Und“ miteinander verbunden, was zu der Ganzheit des beschrieben...

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