Frühlingsnacht

Einleitung, Aufbau, Reimschema und Titel

Das Gedicht „Frühlingsnacht“ von Joseph Carl Benedikt Freiherr von Eichendorff wurde im Jahr 1837 verfasst. Es enthält typische Motive der Romantik, wie Nacht, Natur, Traum sowie Liebe, und beschreibt in diesem schönen Motivrahmen die im Frühling erwachende Umgebung, welche Gefühle des Lyrischen Ichs und seiner Angebeteten weckt.

Das Gedicht erscheint in einer schlichten, volksliedhaften Form. Es besteht aus drei Strophen zu je vier Verszeilen. Das Reimschema des Gedichts ist abab cdcd efef. Es handelt sich folglich um drei abgeschlossene Kreuzreime. Dabei sind die Reime a, c, d und e reich; der Reim b unrein und der Reim f rührend. Das Metrum ist ein durchgehender vierhebiger Jambus.

Die Kadenzen alterieren passend zum Reimschema. Die Verse mit den Reimen a, c und e enden mit einer weiblichen klingenden Kadenz; die Verszeilen mit den Endreimen b, d und f mit einer männlichen stumpfen. Die Außenstrophen bilden jeweils einen Satz. Die Binnenstrophe unterteilt sich in zwei Sätze zu je zwei Verszeilen. Es handelt sich folglich um eine geschlossene, feste Gedichtform.

Die erste Strophe

Die erste Strophe wird bereits mit dem fröhlichen Vokal „ü“ eingeleitet. Dieser kommt im Folgenden vier Mal vor und wird darüber hinaus durch ein zweifaches „ö“ ergänzt. Der fröhliche Klang entspricht dem Inhalt der ersten Strophe.

Die beiden ersten Verszeilen sind durch ein Enjambement miteinander verbunden und fungieren als eine Einheit. Der Sprecher kommt durch das Personalpronomen „ich“ zur Geltung und verweist darauf, dass er hörte, wie die Wandervögel über dem Garten vorüberflogen. Die Alliteration „durch die“ betont die Position der Vögel hoch oben in den Wolken.

Die ersten Verszeilen schildern eine auditive Wahrnehmung, da das Lyrische Ich die Wandervögel hört, und einen olfaktorischen Sinneseindruck, da sich in der Umgebung des Sprechers die „Frühlingsdüfte“ breitmachen. In der vierten Zeile wird die Synästhesie[1] schließlich durch den Sehsinn ergänzt, als das Lyrische Ich die blühenden Blumen schildert.

Das erste Wort der vierten Verszeile „Unten“ bildet eine Opposition zu der ersten Verszeile „Übern Garten durch die Lüfte“. Mit der Erwähnun...

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